Samstag, 12. August 2017

La Vimea Biotique Hotel, das erste vegane Hotel Italiens im Herzen von Südtirol

Im September letzten Jahres hat mich das erste vegane Hotel Italiens kontaktiert und wegen einer Zusammenarbeit angefragt. Das La Vimea Biotique Hotel befindet sich in der Nähe von Meran in Südtirol und freundlicherweise hat man mich dahin eingeladen, damit ich mir selbst ein Bild vom Hotel machen kann. Wegen meiner langen Anreise durfte ich 3 Nächte lang bleiben (Freitag Abend bis Montag Morgen), sodass ich zumindest 1 ganzes Wochenende mir alles anschauen und alles für euch testen konnte.

Vorab habe ich mir beim ADAC einen Reiseführer für Südtirol und eine Vignette für Österreich gekauft. Ich habe schon sehr lange keinen richtigen Roadtrip mehr gemacht. Ich liebe es ja, Urlaubsvorbereitungen zu machen, das Auto zu packen usw. darum hatte ich mich sehr darauf gefreut. Als kleinen Snack habe ich mir eine Packung vegane "Butter"kekse gekauft, die habe ich als Nervenfutter im ersten Stau gebraucht ;) Und Staus gab es auf der Strecke sehr, sehr viele.



Der 1. Stau

Ausblick auf die Zugspitze

Nach ca. 9 Stunden endlich in Italien angekommen




Durch den extrem zähflüssigen Verkehr war ich fast 10 Stunden nach Naturns unterwegs und bin genau pünktlich zum Abendessen im Hotel eingetroffen. Man hat mich beim Check-In am Empfang und auch im Restaurant sehr herzlich begrüßt. Das möchte ich an dieser Stelle sowieso sehr lobend erwähnen, dass das komplette Personal im Hotel extrem lieb und jederzeit bemüht ist, dass die Gäste sich rundum wohlfühlen.



Vegane Körperpflegeprodukte im Bad

Im Sommer wird das Abendessen auf der Terrasse serviert mit Blick auf die Ruhewiese und den Seerosenteich.



Jedes Abendessen kommt in 5 Gängen. Am ersten Abend bestand das Menü aus:
  • Glück im Glas: Gurke, Rohne, Chili
  • Ofengemüse: Kartoffel, Thymian, Majoran
  • Wildsalat: Melone, Kürbiskern, Erdbeere
  • Ravioli: Urkorn, Aubergine, Oregano
  • Aus dem Obstgarten: Hafer, Pflaume, Zimt



Das ist echt total putzig gemacht, es werden immer nur 3 Zutaten genannt und die Gerichte sind sehr einfach gestaltet ohne viel Schnickschnack - einfach, aber nicht einfallslos!

Ich war nur leider nach der langen Fahrt so extrem ausgehungert, dass ich am ersten Abend nicht wirklich satt geworden bin. Die Ravioli habe ich dann nochmal nachgeordert, weil sie so extrem lecker waren, aber auch davon bin ich nicht satt geworden. Dafür wurde ich die nächsten Tage aber mehr als entschädigt ;)


Glück im Glas: Gurke, Rohne, Chili

Ofengemüse: Kartoffel, Thymian, Majoran

Wildsalat: Melone, Kürbiskern, Erdbeere

Ravioli: Urkorn, Aubergine, Oregano

Aus dem Obstgarten: Hafer, Pflaume, Zimt
Samstags war ich sehr früh wach um als erstes am Frühstücksbuffet zu sein und schöne Fotos für euch zu machen. Und ich sage nur OH MEIN GOTT! Die Auswahl an Kuchen und Obst ist wirklich toll, es gibt auch ein paar herzhafte Sachen und tolles hausgemachtes Brot. Das einziges, was mir gefehlt hat, waren pflanzliche Aufstriche. Es gab zwar vegane "Butter" und verschiedene Sorten Marmelade, aber leider keinen Schokoaufstrich oder herzhafte Aufstriche. Trotzdem kam ich auf meine Kosten.

Morgendlicher Blick vom Bett aus auf die Berge



Frühstücksbuffet






















 












Gut gestärkt bin ich dann am frühen Vormittag Richtung Zufrittsee gestartet. Denn entgegen der Wettervorhersage meiner App hatte ich fantastisches Wetter! Und endlich konnte ich mal meine Caribou Boots von Vegetarian Shoes zum Einsatz bringen.

















Südtiroler Snack
Pünktlich zum Mittagessen war ich wieder zurück und bestellte mir dreierlei Bruschette (Oliven, Spinat und Tomate) als Vorspeise und Pasta des Tages als Hauptgericht. Ich hatte Angst, dass die Portionen wieder so klein sind wie abends und habe mir daher 2 Gerichte bestellt, diese Angst war allerdings total unbegründet und ich wurde mehr als pappsatt.


Bruschetta

Pasta mit Oliven und Tomaten

Danach habe ich etwas auf der Ruhewiese relaxt mit Blick auf den Seerosen-Teich um die Zeit zu überbrücken bis zu meinem Massagetermin. Ich hatte nämlich eine Rückenmassage gebucht. Sonntags hat der Masseur seinen freien Tag, darum konnte ich nur für samstags einen Termin vereinbaren. Im Wellness-Bereich gibt es ein Schwimmbad, eine finnische Sauna, eine Bio-Sauna, eine Erlebnisdusche, verschiedene Ruhemöglichkeiten (wie z.B. die Ruhewiese draußen mit Badeteich), man kann Yoga machen und wie gesagt eine Massage genießen.






Finnische Sauna
Bio-Sauna




Kommen wir nun zu meiner Massage, ich hatte eine 50-minütige Rückenmassage vereinbart, da ich wirklich starke Rückenprobleme habe. Zu Anfang habe ich dem Masseur das erzählt und ihm auch die Ursachen dafür geschildert und er ist auch gut darauf eingegangen. Was ich allerdings etwas seltsam fand, waren im Laufe der Massage Äußerungen wie z.B. ich solle wegen meines erhöhten Blutdrucks (er hat nur kurz meinen Puls gemessen) Honig und Zimt zu mir nehmen. Also erstens war ich erst kürzlich beim Arzt und da wurde auch mein Blutdruck gemessen und nein, trotz Übergewicht ist dieser nicht erhöht, und zweitens esse ich als Veganerin natürlich keinen Honig...

Später meinte er meine Muskeln seien so verspannt, weil mein Körper übersäuert sei. Er gab mir den Rat, weniger Fleisch und Alkohol zu konsumieren und auch Tomaten und Zitrusfrüchte zu meiden. Ich habe darauf geantwortet, dass ich sehr selten Alkohol trinke und seit fast 20 Jahren kein Fleisch mehr esse und er meinte nur "Ja, aber auch besser weniger Tomaten und Zitrusfrüchte". Also soweit ich weiß, sind Tomaten und Zitrusfrüchte basische Lebensmittel, aber ich war ja zum Entspannen da und nicht um zu diskutieren. Außerdem hatte ich ihm ja zu Anfang erklärt woher meine Rückenprobleme kamen, so ein Kommentar fand ich deshalb etwas merkwürdig. 


Im Wartebereich vor dem Massageraum kann man sich Tee zubereiten, wenn man das möchte




Nach der Massage habe ich in meinem Zimmer genüsslich ein 3-stündiges Mittagsschläfchen gemacht. Ja, ihr habt richtig gelesen - 3 Stunden! Ich war immernoch sehr erschöpft von der langen Fahrt vom Vortag. Nachdem ich mich ordentlich ausgeschlafen hatte, war es auch schon wieder Zeit zum Abendessen.
Das Abendmenü am zweiten Tag sah wie folgt aus:

  • Glück im Glas: Linse, Gartensellerie, Datterino Tomate
  • Burger: Quinoa, Tropea Zwiebel, Sonnenblumenkern
  • Minestrone: Shitake, Karotte, Shoyu
  • Lasagne: Urkorn, violette Melanzane vom Bauern, Basilikum
  • Aus der Cremerie: Honigmelone, Johannisbeere, Wassermelone
Glück im Glas: Linse, Gartensellerie, Datterino Tomate
Burger: Quinoa, Tropea Zwiebel, Sonnenblumenkern

Minestrone: Shitake, Karotte, Shoyu

Lasagne: Urkorn, violette Melanzane vom Bauern, Basilikum

Aus der Cremerie: Honigmelone, Johannisbeere, Wassermelone

Die Pilz-Minestrone war leider nicht so mein Fall, aber man kann ja nicht alles mögen. Der Quinoa-Bratling traf dafür umso mehr meinen Geschmack. 

Sonntags bin ich morgens erstmal eine Runde geschwommen und habe mir danach zum Frühstück einen Buchweizen-Crêpe mit Früchten gegönnt.





Buchweizen-Crêpe mit Früchten
Anschließend bin ich bei strahlendem Wetter Richtung Meran gefahren. Zuerst habe ich mir die Gärten von Schloss Trauttmannsdorf angeschaut und danach war ich in der Stadt. Trotz leichter Höhenangst bin ich mit dem Sessellift gefahren und das hat wirklich total Spaß gemacht.









 





Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff sind wirklich wunderwunderschön. Man ist mitten in den Bergen und hat das Gefühl, in der Toskana zu sein.







Abschließend habe ich ein süßes kleines Restaurant mit angeschlossenem Weinshop entdeckt mit dem Namen Signorvino. Leider konnte man mir die frittierten Zucchiniblüten nicht veganisieren, aber dafür bekam ich etwas gegrilltes Gemüse und einen tollen Salat.



In einem Supermarkt in Meran habe ich dann auch noch vegane Cornetto Hörnchen entdeckt und habe mir ne Packung davon gekauft. Eins habe ich mir im Hotel auf der Ruhewiese gegönnt und den Rest an das liebe Küchenpersonal verschenkt.




Am Nachmittag habe ich dann einen kleinen Aperitif in Form eines süffigen Pfirsich-Eistees auf der Terasse genossen. Im Anschluss habe ich mich dann noch etwas auf dem Zimmer ausgeruht und schonmal angefangen, meine Tasche zu packen.





Das letzte abendliche 5-Gänge-Menü setzte sich zusammen aus:

  • Glück im Glas: Buchweizen, Cocktailtomaten, Kapern
  • Quiche: Dinkel, Lauch, Kurkuma
  • Cremesuppe Karotte, Ingwer, Kürbiskernöl
  • Schnitzel: Kohlrabi, Kichererbse, Petersilie
  • Aus dem Backofen: Urweizen, Schokolade, Hafer

Glück im Glas: Buchweizen, Cocktailtomaten, Kapern

Quiche: Dinkel, Lauch, Kurkuma


Cremesuppe Karotte, Ingwer, Kürbiskernöl
Schnitzel: Kohlrabi, Kichererbse, Petersilie
Aus dem Backofen: Urweizen, Schokolade, Hafer

Die Ruhewiese in der Abenddämmerung
Montags morgens bin ich nach einem weiteren leckeren Frühstück wieder abgereist.

Frühstück am Abreisetag
 

Ich war megazufrieden mit meinem Aufenthalt im La Vimea und kann es euch wirklich mit gutem Gewissen empfehlen. Ich hätte nur ein paar kleine Verbesserungsvorschläge: ein kleiner Kühlschrank auf dem Zimmer wäre toll, vor allem im Sommer, um sich ein paar Getränke kalt zu stellen. Und beim Essen hätte ich mir auch ein paar Südtiroler Spezialitäten gewünscht wie zum Beispiel Spinatknödel, Schlutzkrapfen, Marillenknödel, Apfelradln oder ähnliches.

Und zum Schluss noch der Hinweis: Ich bin als Blogger dazu verpflichtet, euch zu sagen, dass ich für Übernachtung und Halbpension eingeladen war. Aber es ist mir auch wichtig euch zu versichern, dass meine Berichte immer authentisch und unabhängig sind. Ich verdiene mit dem Blog keinerlei Geld und lasse mich nicht für Berichte oder Werbung bezahlen. Auch für diesen Reisebericht habe ich kein Honorar bezogen. Ich habe die Anreise alleine getragen, ebenso Getränke und alle Mahlzeiten außerhalb von Frühstück und Abendessen. Auch für die Massage habe ich selbst gezahlt.



Was gibt es noch zu wissen?

  • Das La Vimea Biotique Hotel ist ein Nichtraucher-Hotel
  • Im Badezimmer stehen dem Gast biologische, vegane Pflegeprodukte zur Verfügung
  • Die Bettwäsche ist aus Fairtrade-Bio-Baumwolle
  • Die WaterLily-Matratze ist ökologisch abbaubar
  • Um eine höchstmögliche Entspannung zu garantieren, sind im La Vimea nur erwachsene Gäste zu Besuch bzw. Kinder ab 14 Jahren
  • Hunde sind auf Anfrage willkommen gegen kleinen Aufpreis
  • Wer mit dem Zug anreist, bekommt 3% Rabatt auf den Zimmerpreis und wird auf Wunsch kostenlos vom Bahnhof abgeholt - hier die Preisliste: www.lavimea.com/preise

Claudia von Totally Veg! war im April auch bereits im La Vimea zu Gast und hat ebenfalls darüber gebloggt: www.totallyveg.at/2017/05/vegan-in-sudtirol-la-vimea-biotique