Freitag, 27. Januar 2017

Vegan auf Bali - Gastbeitrag von Natascha von Reise vegan

Juchhu, wir haben erst Januar und ich habe bereits den ersten Reisebericht für euch. Heute ein Gastbeitrag von Natascha, die das Blog "Reise vegan" ins Leben gerufen hat. Sie war so lieb und hat mich angeschrieben, da sie auf Bali war und dachte das könnte auch für meine Leser interessant sein. Ich denke damit hatte sie auf alle Fälle Recht und ich freue mich tierisch darüber. Und nun übergebe ich an Natascha:

Im Dezember 2016 bin ich zum ersten Mal alleine verreist. Für diese Reise habe ich nach einem Ziel gesucht, das unkompliziert zu bereisen und für mich als alleinreisende Frau relativ sicher ist. Zudem wollte ich gerne nach Asien reisen – mich aber langsam an die asiatische Kultur herantasten. Aus diesem Grund habe ich mich für Bali entschieden. Insgesamt 3 Wochen bin ich über die indonesische Insel gereist.









Bali ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus aller Welt. Ich habe häufig Chinesen, Europäer und Amerikaner getroffen. Aber auch viele Australien verbringen ihren Urlaub auf Bali. Der Süden Balis, insbesondere Kuta, gilt als der Ballermann Australiens. Entsprechend wenig authentisches Bali wirst du im Süden der Insel finden. Je weiter du dich von Kuta entfernst, desto eher wirst du das Bali entdecken, das mir so gut gefallen hat.





Die Mehrheit der balinesischen Bevölkerung bekennt sich zum Hinduismus. Die Religion ist auf Bali allgegenwärtig. Täglich werden Opfergaben in und rund um die Häuser, auf Straßen, Autos und natürlich in Tempeln verteilt. Immer wieder wird man Zeuge verschiedenster Zeremonien. Ich war beeindruckt, mit welcher Ernsthaftigkeit und Hingabe die Balineser/innen ihrer Religion nachgehen.

 


Bali hat aber auch eine wunderschöne Natur zu bieten. Die Vielfalt reicht vom Dschungel über Reisterrassen, Vulkanen, Seen bis hin zu langen Sandstränden.





Ein weiter Grund, Bali als mein Reiseziel zu wählen, war das Image Balis als veganfreundliches Reiseziel. Insbesondere Ubud gilt als Paradies für Veganer/innen (Link: http://reise-vegan.de/ubud-vegan/). Das liegt an den vielen veganen und vegetarischen Cafés und Restaurants, die dort vertreten sind. Aber auch außerhalb der Veggierestaurants gibt es Bali einiges für Veganer/innen zu entdecken. Im Folgenden möchte ich dir einige vegane balinesische Gerichte vorstellen und dir zeigen, worauf du in traditionellen Warungs und Restaurants achten solltest.

Vegan Essen auf Bali

Die balinesische Küche ist relativ veganfreundlich, wenn du weißt, worauf du achten musst. Einige Gerichte können Terasi, eine fermentierte Gewürzpaste aus Garnelen, enthalten. Bei herzhaften Speisen macht es immer Sinn, nach dieser Zutat zu fragen. Seltener wird auch Fischsoße verwandt.

Milch wird in der balinesischen Küche kaum verwandt. Eier (telur) sind jedoch häufig Bestandteil in süßen und herzhaften Speisen. In Desserts wird auch hin und wieder Honig (madu) verwendet. Gebraten bzw. frittiert werden die Gerichte meist in Palmöl. Einige Gerichte werden mit Krabbenchips (krupuk) serviert, auch wenn dies nicht explizit auf der Karte steht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das viele Balineser/innen nur ein rudimentäres Englisch sprechen. Besonders in weniger touristischen Regionen hatte ich manchmal Probleme mit der Verständigung (Link: http://reise-vegan.de/verstaendigung/). Es macht Sinn, ein paar Worte Indonesisch zu lernen und für alle Fälle den Vegan Passport dabei zu haben. Auf Bali habe ich ihn das erste Mal einsetzen müssen, obwohl ich ihn schon seit Jahren auf meinen Reisen dabei habe. Manchmal nicken die Balineser/innen einfach oder stimmen dir zu, obwohl sie dich gar nicht verstanden haben. Es kann nicht schaden, mehrfach nachzufragen bzw. zu erklären.

Welche vegantauglichen Gerichte gibt es?

Frühstück

Ich hatte überwiegend Unterkünfte ohne Frühstück gebucht, in 3 Unterkünften habe ich aber Frühstück bekommen.

In der ersten Unterkunft gab es eine Karte mit verschiedenen Frühstücksangeboten, darunter glücklicherweise auch ein Obstteller. Obst ist auf Bali immer eine gute Wahl, denn es ist reif, süß und schmeckt ganz anders (viel besser!) als unsere Supermarktware.


In einer anderen Unterkunft, in der es mit der Verständigung wirklich schwierig war, sich die Besitzer aber unglaublich bemüht haben, habe ich zum Frühstück sehr leckere Reispfannkuchen bzw. Bananenpfannkuchen mit frisch geschredderter Kokosnuss und Palmzuckersirup bekommen.


Ein ganz anderes Frühstück hat man mir in einem Guesthouse in Lovina serviert: Nasi Goreng, gebratenen Reis mit Gemüse. Für mich leider ein zu herzhaftes und zu fettiges Frühstück.


Gado Gado

Gado Gado ist ein Salat aus rohem und gedünstetem Gemüse, frittiertem Tofu und/oder Tempeh mit einer Erdnusssoße. Meistens enthält der Salat auch gekochte Eier, die aber einfach abgestellt werden können. Manchmal wird er mit Krabbenchips serviert, die du vorsichtshalber auch abbestellen solltest, wenn sie nicht ausdrücklich auf der Karte stehen. Ich wusste das nicht und hatte Krabbenchips auf meinem Gado Gado. Die Erdnusssoße kann Terasi enthalten, auch hier gilt: unbedingt nachfragen!



Frühlingsrollen/Sommerrollen

Frühlings- und Sommerrollen sind wohl ursprünglich keine balinesischen Gerichte, sie werden aber fast überall angeboten. Je nach Füllung sind sie meistens vegan. Bei dazu gereichten Dips solltest du dich vergewissern, dass diese vegan sind und kein Terasi enthalten. Frühlingsrollen können Ei enthalten, sowohl im Teigmantel aber auch in der Füllung zum Andicken.





Cap Cay

Cap Cay ist eine Art Gemüseeintopf, der aber auch mit Fleisch zubereitet werden kann und mit Reis serviert wird. Ich habe nur einmal die Gemüsevariante probiert, die in meinem Fall vegan war. Du solltest nachfragen, ob das Cap Cay evtl. mit Hühnerbrühe zubereitet wird.


Urap

Hierbei handelt es sich um Gemüse (und ggf. Fleisch) mit geschredderter Kokosnuss. Urap kann ziemlich scharf gewürzt sein. Vorsichtshalber solltest du auch hier nachfragen, ob mit Terasi gewürzt wird.


Nasi Goreng

Den gebratenen Reis findest du eigentlich überall und auch immer in einer vegetarischen Variante. Normalerweise wird vegetarisches Nasi Goreng mit einem Spiegelei serviert, das du natürlich abbestellen solltest.


Nasi Campur

Nasi Campur ist Reis mit verschiedenen Beilagen, die du meistens selbst auswählen kannst.


Currys

Auf Bali findest du überall verschiedene vegane Currys, manchmal nur mit Gemüse, oft auch mit Tofu und/oder Tempeh. Die Soßen basieren auf Kokosmilch, du solltest auch hier darauf achten, ob mit Terasi oder Fischsoße gewürzt wird.


Pisang Rai

Pisang Rai sind gekochte Bananen in einem Reismehl-Mantel, üblicherweise mit geschredderter Kokosnuss und Palmzuckersirup. Dieses Frühstück oder Dessert dürfte immer vegan sein.


Black Rice Pudding

Der Pudding aus schwarzen und weißem Reis ist ebenfalls immer vegan. Er wird mit Wasser und Kokosmilch zubereitet.


Dadar Gulung

Dadar Gulung ist ein Dessert, das vegan sein kann. Es handelt sich um grüne (mit Pandanblättern gefärbte) Reispfannkuchen mit Kokosfüllung. Du solltest nachfragen, ob der Teig Ei enthält, aber ich habe auch Dadar Gulung ohne Ei gefunden.

Rujak Medan

Hierbei handelt es sich um Obst und ggf. Gemüse (z.B. Gurken), das mit einer scharfen Soße als Dessert gegessen wird. Die Soße kann Terasi enthalten – da hilft nur gezieltes Nachfragen.



Veganer Kochkurs

Wenn du auf deiner Balireise mehr über die balinesische Küche lernen möchtest, findest du insbesondere in und um Ubud viele Kochschulen, die auch vegane Kochkurse anbieten. Ich habe einen Kochkurs bei der Balinese Farm Cooking School gemacht, den ich gerne weiterempfehle. Die Küche liegt inmitten eines großen Gartens in wunderschöner Natur. Ich war die einzige Veganerin in meinem Kochkurs, wurde aber individuell betreut.






Auf meinem Blog findest du einen Bericht zum Kochkurs bei der Balinese Farm Cooking School sowie ausführliche Berichte über meine Erfahrungen mit dem veganen Essen auf Bali.







Vielen lieben Dank, Natascha! Und ich hoffe sehr, dass noch weitere Leserinnen mir solche schönen Gastbeiträge zur Verfügung stellen werden! Schreibt mir einfach an: veltenbummler@gmx.de :)
















Kommentare:

  1. Danke Linda, es war mir eine Freude, einen Gastbeitrag für deinen Blog zu schreiben.
    LG
    Natascha

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  2. Super, dass man vegan überall auf der Welt findet, und damit mein ich, nicht nur überlebt :D Viele Grüße aus Seis

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