Freitag, 11. September 2015

Kochbuch-Rezension: Europa isst vegan

150 vegane Spezialitäten aus Italien, Frankreich, Spanien, Irland & Co

Ich habe vor Kurzem das tolle Buch "Europa isst vegan" zugeschickt bekommen. Ich hatte beim Korrekturlesen der deutschen Übersetzung von Mark Reinfelds "30 Minutes Guide to Europe" mitgeholfen und ein Exemplar der deutschen Ausgabe war meine Belohnung. Ich finde das Buch ist wirklich so, so toll!

Viele von Euch wissen ja, dass ich etwas mit meiner Gesundheit zu kämpfen habe dieses Jahr. U.a. habe ich auch irgendwie aktuell die Lust am Kochen verloren. Außerdem bin ich mittlerweile Single und für mich alleine zu kochen ist wirklich doof. Aber ein lieber Freund hat mir zum Geburtstag geschenkt, dass er ein veganes 3-Gänge-Menü für mich kochen will und ich habe ihm das Buch von Mark Reinfeld mitgebracht und ihm gesagt, welche Gerichte ich mir daraus wünsche. Ein toller Service, oder?

Darum kann ich Euch heute nicht nur berichten wie toll das Buch im Allgemeinen ist, sondern auch wie lecker zumindest die Gerichte sind, die ich probieren durfte und außerdem wie einfach die Zubereitung sogar für einen Nicht-Veganer ist. Jedes Gericht ist in höchstens 30 Minuten verzehrfertig. Es gab:

  • Schneckenfreie Weinbergschnecken
  • Kermits Freude - Falsche Froschschenkel mit Schalotten-Knoblauch-Topping und
  • Schoko-Haselnuss-Crêpes
Nomnomnomnomnom!
 
Escargots aus Champignons in einer Soße aus Schalotten, Knoblauch,
Weißwein und Alsan
Falsche Froschschenkel aus Tofu
Schoko-Haselnuss-Crêpe
Die falschen Froschschenkel aus Tofu haben mich nicht gerade vom Hocker gehauen, aber das leckere Topping hat es wieder rausgehauen. Und der Rest war wirklich ausgesprochen lecker. Wenn man dann auch noch weiß, dass Deborah vom Gentle Gourmet Café in Paris mit Mark Reinfeld befreundet ist und er die französischen Gerichte bei ihr im Apartment probegekocht hat, in dem ich mit meinem Mann im Februar 2012 gewohnt habe, dann gefällt mir das Buch gleich noch viel besser. Ich kann es nur empfehlen, wenn man sich für die vielfältige Küche Europas interessiert und wie einige Klassiker vegan neu interpretiert werden. Ich bin jedenfalls begeistert, finde es nur schade, dass nicht zu jedem Gericht ein Foto zu sehen ist. Das gehört für mich eigentlich dazu, um, Appetit auf ein Gericht zu bekommen. Ansonsten ist es sehr schön illustriert und 24,- € ist für ein großes Hardcover-Kochbuch ein akzeptabler Preis.


Mehr Infos hier:
www.narayana-verlag.de/Europa-isst-vegan-Mark-Reinfeld


Freitag, 4. September 2015

Blogger für Flüchtlinge - Refugees welcome


Eine kleine Warnung vorab: in diesem Post drücke ich mich etwas weniger elegant aus als sonst... aus gegebenem Anlass! Im Moment kann ich nämlich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Überall, wo man hinschaut, sieht und hört man braune Scheiße. In Form von Bekannten, die ihre Meinung zur aktuellen Flüchtlingssituation abgeben ("Ich bin ja kein Nazi, aber..."), Kommentare bei Facebook, Demonstranten vor Flüchtlingsheimen im Osten Deutschlands... Ich möchte wirklich gerne glauben, dass das nur eine Minderheit ist und außerdem will ich glauben, dass reisefreudige Menschen wie meine Leser alle weltoffene Gesellen sind.

So oder so will ich mich jedoch auch klar zu der Thematik äußern und positionieren. Denn das Thema Flucht ist auch Teil meiner Familiengeschichte und alleine schon deshalb (aber nicht nur) liegt es mir sehr am Herzen. Es gab eine Zeit, da sind auch Deutsche geflüchtet aus Angst um Ihr Leben, ihre Existenz und in der Hoffnung auf ein besseres Leben. U.a. empfehle ich dazu mal einen Besuch im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven. Oder ein wenig Recherche zum Thema Heimatvertriebene. So Kommentare wie "Wir Deutschen müssen immer helfen, aber wer hilft denn uns?" kann man sich also getrost verkneifen!

Flucht und Vertreibung von Deutschen nach dem 2. Weltkrieg

Meine Familie kommt aus mehreren östlichen Teilen Europas, die früher mal zu Deutschland bzw. dem Großdeutschen Reich gehört haben. Nach dem 2. Weltkrieg wurden aus einigen Gebieten Deutsche vertrieben und diese mussten flüchten, u.a. in die restlichen Teile Deutschlands oder auch Österreich. Unsere Generation weiß nicht, was es heißt, Hunger zu haben oder um sein Leben fürchten zu müssen. Meine Großeltern wussten das sehr wohl. Sogar meine Mutter erinnert sich noch sehr lebhaft daran. Meine Omi ist damals mit den beiden Töchtern geflohen, sie hatte meine Tante, die noch ein Baby war, an ihr Bein gebunden und meine ca. 3-jährige Mutter an der Hand. Meine Mutter weiß noch genau, was sie für eine Angst hatte, als sie sich auf der Flucht nachts im Wald in einer Hecke versteckt haben vor Grenzwachen und Hunden. Sie weiß auch noch, unter welchen Verhältnissen sie nach der Ankunft in Deutschland gelebt haben und wie es sich angefühlt hat, nicht willkommen zu sein.

Besonders bewegend finde ich auch, welchen Schicksalsschlag eine der Tanten meines Vaters ertragen musste. Ich durfte sie leider nie kennenlernen, weil sie vor meiner Geburt gestorben ist, ich kenne jedoch ihre beiden Söhne. Seit Kurzem weiß ich, dass die beiden eigentlich noch ein Geschwisterchen hätten, jedoch ist dieses als Baby durch die Strapazen der Flucht gestorben. Die Familie war im Winter zu Fuß geflüchtet, es war so furchtbar kalt, dass der Boden gefroren war und so konnte man das Kind nicht mal ordentlich begraben, sondern musste es einfach liegen lassen. Immer, wenn ich daran denke, gefriert mir das Blut in den Adern und mir stehen die Tränen in den Augen.

Und ich bin mir sicher, anderen ist es sogar noch viel schlimmer ergangen damals bzw. ich mag mir gar nicht ausmalen,  was für Zustände auf den Schlepperbooten heutzutage herrschen. Gerade wurden in einem LKW in Österreich 71 tote illegale Flüchtlinge entdeckt. Wie kann man ernsthaft glauben, dass diese Menschen alles zurücklassen und ihr Leben auf der Flucht riskieren, nur um uns Deutschen bzw. Europäern was wegzunehmen??? Wie herzlos und dumm muss man sein? Das alles macht mich so unglaublich wütend und traurig, dass ich ständing heulen könnte. Es geht hier um Menschenleben, verdammte Scheiße nochmal! Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch.

Meine Nationalität? Mensch!

Ich sehe mich selbst als Weltenbürger. Ein Mensch ist in meinen Augen nicht mehr oder weniger wert aufgrund des Ortes seiner Geburt oder seiner Nationalität. Jeder hat das Recht auf Leben und Unversehrtheit. Weil ich so ein blauäugiger Gutmensch bin und tatsächlich glaube, dass man andere beeinflusst, indem man mit positivem Beispiel vorangeht und dass tatsächlich ein Umdenken stattfinden kann, wenn über Themen oft genug öffentlich diskutiert wird, habe ich mich dazu entschlossen, wie z.B. auch Lena von A Very Vegan Life, Kathin von ein bisschen veganDaniela von Once Upon A Cream und Claudia von Totally Veg! dieses Thema anzuschneiden. Die Initiative #bloggerfuerfluechtlinge ruft Blogger dazu auf, öffentlich Position zu beziehen, um Nähe, Toleranz und Aufmerksamkeit zu schaffen und das habe ich hiermit gerne gemacht. Auf deren Seite findet man übrigens hilfreiche Infos zum Thema Geldspenden, Sachspenden usw. Bisher sind bereits 90.000,- € zusammengekommen! Ich hoffe, dass sich möglichst viele Blogger und Blog-Leser daran beteiligen.


Mehr Infos unter:
www.blogger-fuer-fluechtlinge.de
www.refugees-welcome.info
www.proasyl.de


#bloggerfuerfluechtlinge
#refugeeswelcome

Dienstag, 1. September 2015

Kulinarische Reise: Das Street Food Weekend


In einigen deutschen Städten fand unlängst das Street Food Weekend statt mit vielen Food Trucks und Ständen mit Essen für auf die Hand aus aller Welt. Ich war Ende Juli in Mannheim und dieses Wochenende (Ende August) fand es in Heidelberg statt, was ich mir natürlich auch nicht habe entgehen lassen.

Es gab in den Facebook-Events viel Kirtik an dem Event zu lesen und teilweise konnte ich die Punkte auch nachvollziehen. In Mannheim beispielsweise gab es zu wenig Sitzplätze, keine Sonnenschirme und es waren nicht genügend Mülleimer aufgestellt. In Heidelberg war z.B. das Personal am Getränkestand total überfordert und insgesamt fand ich es auch recht teuer. Aber in erster Linie ging es um einfaches und leckeres Essen und das wurde in meinen Augen voll erfüllt. Ich würde jederzeit wieder hingehen und empfehle deshalb das Event sehr, sehr gerne! Es gab auch wahnsinnig viel vegane Auswahl, was mich persönlich sehr überrascht hat, natürlich positiv. Hier meine Eindrücke:


Mannheim:

Mit Veggiewerk gab es einen komplett vegetarischen Food Truck.

Veggiewerk bot vegane Burger, Nuggets und Currywurst an

Classic Burger mit Pommes

Bei der Tapioceria gab es brasilianische Tapioca Wraps mit Sojagranulat, Aubergine, Tomate, Rucola und Basilikum.




Tapioca Wrap mit Sojagranulat, Aubergine, Tomate, Rucola und Basilikum

Leckeres gesundes Essen offerierte Leaf Food, u.a. Sushi, Auberginen-Röllchen mit Vanille-Peperonata, Kurkuma-Reisbällchen mit Gurken-Kimchi, Gemüse Curry und Focaccia mit Cashew-Motzarella. Ich kann es kaum abwarten, dass Leaf Food endlich bald in Mannheim in R 6, 6 eröffnet!

Veganes Sushi

Focaccia mit Cashew-Motzarella, San Marzano- Tomaten und Pesto
Soooo lecker, da wird man süchtig danach!

Auberginen-Röllchen mit Vanille-Peperonata und Kurkuma-Reisbällchen mit Gurken-Kimchi

Rhabarber Crumble
Außerdem gab es einen Stand mit Falafel Sandwiches und Bulgursalat. Wurde natürlich auch von mir getestet und für gut befunden.






Für Erfrischung sorgte ein Stand von fritz-kola.




Heidelberg:

Auch in Heidelberg war einiges geboten. Den Start machte "Culteria - eritreisches Soulfood" mit leckerem Fladenbrot und Gemüse. Nomnomnomnomnom!



Meine Freundin Miriam von Mimi's Fairy Cakes

Injera Fladenbrot mit Spinat und roten Linsen

Weiter ging es mit kubanischen Burgern bei Cubita mit Süßkartoffeln, Paprika und Avocado




Das "Brötchen" war aus Maismehl und damit sogar glutenfrei, allerdings verdammt fettig (und oberlecker)


Außerdem gelüstete es mich nach Sushi und der Stand von Hachi Mori Sushi Catering sah wirklich verlockend aus.



Sushi mit Avocado, Gurke, Paprika, Schnittlauch und Röstzwiebeln

Die FoodFahrbrik hatte vegane Penne im Programm. Aber bei dem ganzen anderen tollen Angebot sprachen uns die Nudeln nicht wirklich an und etwas abschreckend fand ich persönlich auch, mich bei Bacon-Bomb Burcer & Co anzustellen.


Ein Pavillon mit Gemüse Curry aus Sri Lanka, war aber leider nicht geöffnet. Aber ich vermute, dort hätte es was Veganes gegeben.


Aber dafür gab es einen Standt mit Crêpes und sogar vegane wurden dort angeboten - sowohl süß als auch herzhaft! Zum Abschluss musste dann natürlich unbedingt noch so einer her. Für Mimi einer mit Zwiebel-Schmalz, für mich Süßschnute einer mit Nuss-Nougat-Creme.






Linda happy mit Crêpe in der Hand

Bevor wir gegangen sind, fiel uns noch ein Stand mit Seesalz aus Neuseeland ins Auge. Ich bin durch sowas ja total leicht zu beeindrucken. Wir durften probieren und die Gewürzmischung soll angeblich toll zu Bratkartoffeln oder so schmecken. Alles klar, gekauft! Das Gläschen sieht toll aus neben meinem Lavendelsalz-Glas aus Kroatien (auch noch nie benutzt).


Alles in allem bin ich total begeistert vom Street Food Weekend, Mannheim und Heidelberg waren außerdem total unterschiedlich und jedes auf seine Weise toll und interessant. Auch für uns Veggies gibt es eine wunderbare Auswahl. In zwei Städten steht die Veranstaltung noch bevor und ich möchte es euch wirklich ans Herz legen, dort mal vorbei zu schauen.

Giessen 05. - 06.09.2015, hier geht's zum Facebook-Event:
https://www.facebook.com/events/1632441656991923/

Jena 09. - 11.10.2015, hier geht's zum Facebook-Event:
https://www.facebook.com/events/1605903072995674/

Außerdem wird das Street Food Weekend nochmal in Mannheim stattfinden!!!
Mannheim 28. - 29.11.2015hier geht's zum Facebook-Event:
www.facebook.com/events/687629414672025/


Weiter Infos unter:
www.streetfood-weekend.de
www.facebook.com/pages/Street-Food-Weekend-Das-Original