Sonntag, 29. September 2013

O'zapft is! Oktoberfest 2013 - Vegan auf der Wiesn


Ich hatte dieses Jahr ganz feste Pläne für die Wiesn. Vor allem, nachdem - auch neben dem veganen Oktoberfest auf dem Marienplatz - auf einmal so viele vegane Essensmöglichkeiten aufgetaucht sind, wollte ich nach vielen Jahren endlich mal wieder hin. Doch Leben ist das, was passiert, während man gerade andere Pläne schmiedet.

Also kurz gesagt: es war eine schöne, relativ spontane Idee und wir hatten sogar schon ein einigermaßen bezahlbares Hotelzimmer gebucht (Übernachten in München ist eh nicht so besonders günstig, aber während des Oktoberfest ist es SAUTEUER!). Aaaaaber ohne einen Tisch zu reservieren wird es schwierig, einen Platz zu bekommen. Und ohne Platz -> kein Essen oder Trinken! Okay, es gibt nicht nur in den Zelten veganes Essen, sondern auch Ofenkartoffeln, Reiberdatschi, gebrannte Mandeln usw. aber dafür extra 4 Stunden nach München fahren, jede Menge Geld ausgeben und dann nicht sicher sein, ob man einen Platz bekommt? Das war uns dann doch etwas zu stressig, vor allem weil wir wegen der doofen Arbeitszeiten meines Mannes erst Samstag Mittag hätten losfahren können und sonntags hätten wir dann schon wieder heimfahren müssen.

Und da wir ja demnächst nach Florida fliegen, haben wir keine Restuarlaubstage mehr und eigentlich müssen wir gerade auch ein bisschen für den Urlaub sparen. Also ist es wahrscheinlich besser, dass es nicht geklappt hat. Aber nächstes Jahr machen wir die Wiesn unsicher, nur eben weiter im Voraus geplant und besser organisiert ;)

Also falls Ihr hinfahren wollt, lest dazu bitte Claudis Blogeintrag mit supervielen Tipps rund um veganes Essen auf dem Oktoberfest!


Falls Ihr wie ich dieses Jahr jedoch nicht nach München fahren könnt, dann lasst das Oktoberfest doch einfach zu Euch kommen mit ein paar leckeren Wiesn-Spezialitäten.

Leckere Wheaty Weiße, außerdem Senf und Aufstriche von Zwergenwiese, dazu Rettich und Radieschen
Für mich gehört zu einem Jahrmarkt auch ein Lebkuchenherz. Darum habe ich mich am Wochenende dazu entschieden, mir einfach eines zu backen.

Rezept Lebkuchenherz




Zutaten für zwei Herzen:

  • 500g Mehl
  • 200g gemahlene Mandeln
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Natron
  • etwas Zitronensaft
  • 150g Agavendocksaft
  • 2 Esslöffel Lebkuchengewürz
  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL gemahlene Vanille
  • 1 Hand voll gehackte Datteln
  • 400 ml Mandeldrink
  • Wasser(falls notwendig)
Leider scheint die Waage von meinem Thermomix kaputt zu sein, darum kann man sich nicht ganz auf die Mengenangaben verlassen. Am besten seid Ihr beim Nachbacken erstmal vorsichtig mit der Flüssgkeitsmenge und gebt die Mandelmilch nach und nach dazu. Sollte die Flüssigkeit nicht ausreichen, könnt Ihr auch einfach noch etwas Wasser dazugießen.

Ein Herz braucht im Backofen bei 175° ungefähr 30 Minuten. Mein Silikonherz hat übrigens die Maße 28 x 24,5 x 3 cm.


Liebesäpfel

Auch Liebesäpfel kann man zuhause selbst zaubern. Ein schönes Rezept dafür gibt es z.B. hier.


Weißwurstsuppe mit Laugencroutons

Zutaten:
  • Kartoffeln
  • Rettich
  • 1 Zwiebel
  • Gemüsebrühe
  • Weißbier
  • Wheaty Weiße
  • 2 TL süßer Senf
  • Schnittlauch, Majoran
  • Pfeffer
  • Laugenstange oder Brezel
Die Zwiebel, die Kartoffeln und den Rettich schälen, würfeln und kurz anbraten. Dann die in Scheiben geschnittene Weißwurst dazugeben. Danach mit Weißbier und Gemüsebrühe aufgießen, den süßen Senf hineinrühren und mit Pfeffer, Majoran und Schnittlauch würzen. Die Suppe solange köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Parallel das Laugengebäck klein schneiden, kurz in Öl anbraten und beim Servieren mit in die Suppe geben.


Vegane Käsespätzle


Für vegane Käsespätzle habe ich ein tolles Rezet bei Vegan Guerilla entdeckt. Ich habe es allerdings etwas abgewandelt. Statt Wasser habe ich 50/50 Wasser und Sojamilch gemischt und zusätzlich zum Wilmersburger Pizzaschmelz habe ich eine ordentliche Portion Hefeflocken für den Geschmack hinzugegeben. Außerdem habe ich die Käsespätzle in einer Pfanne angebraten (so macht meine Mama das auch immer). Wie man die Spätzle richtig schabt, habe ich in einem Videovon Koch's vegan gelernt. Und gewürzt habe ich mit Salz, Peffer, etwas Muskat und einer Prise Paprika.

Zutaten für 2 große Teller:

  • 400g Mehl (am besten 405er Spätzlemehl)
  • 4 EL Sojamehl
  • 200 ml Sojamilch
  • 200 ml Wasser
  • etwas Salz
  • 2 kleine Zwiebeln
  • Veganer Käse nach Geschmack (z.B. Wilmersburger Pizzaschmelz) und Hefeflocken
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Paprika zum Würzen 
  • Rapsöl mit Butteraroma
Zuerst den Spätzleteig anrühren und dann wie in dem Video erklärt Spätzle schaben und kochen. In einem Sieb mit altem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Dann das Öl in einer großen Pfanne heiß werden lassen und die kleingehackten Zwiebeln kurz anschwitzen, dann die Spätzle hinzugeben und würzen. Zum Schluss den Käse und die Würzflocken hinzufügen und schmelzen lassen. Wenn man mag, gibt man zum Abschluss noch ein paar Röstzwiebeln obendrauf. Total würzig, cremig und lecker!

Samstag, 21. September 2013

2 Jahre vegan + Verlosung

 
Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber gerade aktuell habe ich das Gefühl, die Zeit rennt nur so davon. Vor allem die letzten beiden Jahre, wahrscheinlich kommt es mir nur so vor, weil in dieser Zeit so irrsinnig viel passiert ist. Ich esse mittlerweile seit 15 Jahren kein Fleisch mehr, seit dem 15.08.2011 lebe ich vegan. Das bedeutet: 2 Jahre vegan!!! Und ich lebe noch ;) Seit 1,5 Jahren habe ich diesen Blog und fast genauso lange darf ich für Deutschland is(s)t vegan schreiben. Wir haben sogar im August 2013 ein Buch zusammen herausgebracht. Wer hätte das alles noch vor 2 Jahren gedacht???

Ich dachte ursprünglich, ich könnte keine Schokolade und keinen Kuchen mehr essen und habe mir veganes Essen sehr freudlos vorgestellt. Oh Mann, wie ich mich da getäuscht habe! Ich esse nun mit noch viel mehr Vergnügen und bin sehr happy über die ganzen neuen Geschmäcker und Gemüsesorten, Getreidesorten und Co. Ich weiß nun, was Matcha ist, esse Dinge wie gepoppten Amaranth und trinke grüne Smoothies. Seltsames Völkchen, diese Veganer ;)


Grüner Smoothie (mein Kollege Alexis nennt das Getränk immer "Schmutzi" statt Smoothie, weil er so schmutzig aussieht ;) )

Matchakuchen im Tushita Teehaus in München (zu Matcha sagt Alexis übrigens "Matschi" oder "Matschepampe")
Als Vegetarierin kannte ich zwar schon Tofu, mochte ihn aber nicht besonders und habe nun meine Liebe zu diesem Produkt entdeckt. Man kann super Sachen damit zaubern. Neu hinzu kamen außerdem Tempeh und Seitan, sogar veganer Käse! 


Karibischer Tofu in Kokospanade mit Kürbis-Reis und Papaya-Soße

Wilmersburger, Vegourmet und Veganic sei Dank kann ich ab und zu auch noch in ein Käse(bzw. Väse)brot beißen. Denn sogar Helge Schneider wusste schon, dass Käsebrot ein gutes Brot ist. ^^ Das Bild ist übrigens bei einer Firmenfeier entstanden, da habe ich neben die Käseplatte einen Teller mit Wilmersburger Scheiben geschmuggelt und einige haben es sogar gegessen, ohne es zu bemerken ;)

Kuchen ohne Ei und Milch ist absolut kein Problem und Backen ist nun zu einer meiner neuen Lieblingsbeschäftigungen geworden. Vorher habe ich zwar schon gerne gekocht, gebacken jedoch außer mal ein paar Plätzchen zur Weihnachtszeit eher nicht. 

Miss Cupcake in London
Vegan Bakesale 2013 in Mannheim
Breaking Bad Cupcakes

Tiramisú Cupcakes
Allerdings ist dies auch der Grund, warum ich in 2 Jahren kein Gramm abgenommen habe. Bevor ich vegan gelebt habe, habe ich jedoch sogar stetig zugenommen, ab und zu mal eine Diät gemacht und dann danach (Hallo, Jojo-Effekt) alles wieder inklusive ein paar Extra-Kilos zurückbekommen. Nun habe ich also voller Genuss mein Gewicht ganze 2 Jahre lang gehalten. Für mich ist das ein echter Erfolg und ich meine das ganz ernst. Ich habe keine Lust mehr auf Diäten und regelmäßig ärgere ich mich darüber, wenn Veganismus mal wieder als Non-plus-ultra-Diät verkauft werden soll. Pfffft! 

Fat, but happy
Was können Veganer denn eigentlich noch essen? Na, alles, was "normale" Menschen auch so essen, nur eben ohne tierische Zutaten, z.B. Piiiiiiiizza

Trotzdem habe ich auch körperlich einige Veränderungen am mir bemerkt. Zwar habe ich vergeblich darauf gewartet, dass ich wundervolle, strahlende Haut bekomme, wie es von vielen anderen VeganerInen berichtet wird, aber ich kann bestätigen, dass ich (noch) seltener krank bin und vor Energie nur so strotze. Wenn ich dauerhaft mehr Rohkost zu mir nehmen würde und den Zucker stark reduzieren würde, dann wäre ich vollauf mit mir zufrieden. Wenn man mich vor Kurzem noch gefragt hätte, hätte ich gesagt, ansonsten hat sich bei mir gesundheitlich nichts verändert. Denn die Veränderung ging schleichend einher und dann sind mir vor ein paar Wochen folgende Sachen aufgefallen, bzw. wieder eingefallen:
  • Ich hatte früher im Sommer immer Wadenkrämpfe, sogar so schlimm, dass ich nachts vor Schmerzen aufgewacht bin. Diese sind nun weg.  
  • Ich hatte oft weiße Flecken an den Fingernägeln. Ich habe mal gehört, das könnte Calcium-Mangel sein. Desweiteren sind meine Nägel schnell eingerissen oder abgebrochen. Heute sind meine Nägel kräftig, elastisch und ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal diese weißen Flecken hatte.  
  • Ich habe sehr feines Haar. Durch das viele Haare färben sind meine Spitzen ständig gesplisst gewesen und die Haare auch oft abgebrochen. Nun wird nicht mehr gefärbt und nicht blondiert und dadurch ist mein Haar gesünder. Aber nicht nur das, das Haar hat ein wenig (für meine Verhältnisse) an Volumen gewonnen.  
  • So gegen 14.00 Uhr hatte ich immer ein geistiges Tief und auch von Kollegen höre ich das andauernd, dass sie so kurz nach der Mittagspause total müde sind. Ich glaube, das nennt man Suppenkoma ;) Seit ich vegan lebe, habe ich das nicht mehr.
  • Ich war als Kind schon immer sehr empfindlich. Erstens war ich megakitzelig und zweitens sehr schmerzempfindlich. Hat man mich zu leicht angefasst, hat es gekitzelt und ein bisschen zu doll, dann hat es mir weh getan. Und ich rede wirklich nicht von ein bisschen kitzelig oder empfindlich, es war total extrem. Wenn ich krank war und mich ein Arzt irgendwo abgetastet hat und gefragt hat, ob das weh tut, war meine Standard-Antwort immer: „Ja, es tut weh, aber das ist eigentlich normal bei mir.“ Diese Überempfindlichkeit ist KOMPLETT verschwunden.
  • Ich hatte auch in den letzten Jahren immer sehr starke Gelenk- und Muskelschmerzen. Ich habe das auf meinen Rücken zurückgeführt, da ich eine sehr starke Skoliose habe und dadurch auch oft unter schmerzhaften Verspannungen leide (gelitten habe). Obwohl ich keinen Sport mache und nicht abgenommen habe, sind meine Rückenschmerzen fast verschwunden (außer, wenn ich mich überanstrenge oder das Wetter so ekelhaft nasskalt ist o.ä.) Meine Muskel- und Gelenkschmerzen sind KOMPLETT WEG! Ich bin seit Monaten schmerzmittelfrei, dabei konnte ich jahrelang ohne Schmerzmittel für den Notfall nicht aus dem Haus gehen.

Ich weiß nicht, ob all diese Veränderungen mit meiner Ernährung zu tun haben, aber einige mit Sicherheit. Ich habe auch schon darüber gelesen, dass Rheuma und der Konsum von Milchprodukten mittlerweile in Verbindung gebracht werden (die einen sagen so, die anderen so) und ich behaupte nun einfach mal, bei mir war das bestimmt sowas in der Art. Normal war das jedenfalls nicht. Auch, wenn das nur Kleinigkeiten sind, so hat sich dadurch wirklich stark meine Lebensqualität verbessert und ich fühle mich durch meine Ernährung keinesfalls eingeschränkt.


Im Englischen Garten in München

Sollte jemand aus gesundheitlichen Gründen vegan werden wollen und nach 2 Monaten verzweifeln, weil sich nichts tut: einfach durchhalten!!! Ich bin kein Mediziner und halte nur wenig davon, Veganismus als Wunderdiät an die Frau/den Mann bringen zu wollen, sondern ich halte es auch für gefährlich und schädlich für den Veganismus, ihn als Wundermittel gegen allerlei Zivilisationskrankheiten hinstellen zu wollen. ABER: mir geht es heute um einiges besser. Das ist eine Tatsache und vielleicht kann ich damit ja die/den ein oder anderen animieren, weiter durchzuhalten?

Ich hatte noch nicht mal das Gefühl, dass es mir irgendwie schlecht geht, denn an die Skoliose und die Schmerzen war ich schon total gewöhnt. Das mit den Wadenkrämpfen kannte ich auch von Leuten aus meinem Bekanntenkreis und dachte, das ist dann halt normal. Ich habe ab und zu dann diese Magnesium-Brausetabletten in Wasser aufgelöst und dann ging es meistens etwas besser. Heute weiß ich, dass grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Walnüsse und Sonnenblumenkerne reich an Magnesium sind. Auch Bananen und andere Obstsorten enthalten Magnesium. Als Puddingvegetarier habe ich nicht besonders viel Obst und Gemüse zu mir genommen. Und da ich jetzt Obst und Gemüse in Hülle und Fülle esse (und trinke, denn in meinen grünen Smoothies ist grünes Blattgemüse und viel Obst drin), brauche ich keine Brausetabletten mehr, die Krämpfe sind einfach weg. 


Grünes Blattgemüse enthält viel Magnesium

Rucolasalat mit gegrillter Melone und dazu gegrillte Rote Beete mi Balsamico, Orangen und Olivenöl á la Tim Mälzer
Veganer Eiersalat von Björn Moschinski - auch Kichererbsen und Schnittlauch enthalten Magnesium

Außerdem habe ich nun nach 2 Jahren mal mein Blut kontrollieren lassen, denn ich wollte schwarz auf weiß vom Arzt bestätigt haben, wie gesund meine neue Ernährungsweise ist. Trotz Übergewicht sind meine Cholesterin- und Zuckerwerte vorbildlich (sie waren vorher auch schon gut, aber nun sind sie noch besser)! Auch meine Eisenwerte können sich sehen lassen – gerade Frauen haben da ja manchmal Probleme damit und das Vorurteil mit dem Eisenmangel bei einer fleischlosen Ernährung kenne ich nun auch schon seit 15 Jahren. Mein Eisenspiegel hat jedenfalls noch nie Grund zur Sorge gegeben, aber nachdem ich nun auch Eier und Milchprodukte weglasse, ist es trotzdem gut, wenn man bestätigt bekommt, dass da immernoch alles im grünen Bereich ist. 

Linsenlasagne mit Vollkorn-Nudel-Platten von Rapunzel und als Topping: Wilmersburger Pizzaschmelz und Tofutti Creamy Smooth Mozzarella Style

Genialer veganer Cheeseburger mit Linsen-Patty und Wilmersburger beim Familienbetrieb Mannheim (sowohl Linsen als auch Haferflocken enthalten eine ziemliche Menge Eisen, vor allem wenn man es mit tierischen Lebensmitteln vergleicht)

Einzig mein B12-Spiegel war nicht so optimal. Mein Arzt hat gleich Holo-TC messen lassen und der Wert war im unteren Grenzbereich. Also kein Mangel, aber eben im Graubereich und absolut verbesserungswürdig. Mir ist zum Glück eingefallen, dass ich 2007 mal einen Bluttest habe machen lassen. Diesen habe ich nochmal herausgekramt und siehe da: ich hatte 2007 schon einen grenzwertig niedrigen B12-Spiegel im Blut. Damals war ich noch bei einem anderen Arzt und dieser hat mir damals gesagt, es bestünde kein Grund zur Sorge. Kleine Anmerkung am Rande: zu dieser Zeit habe ich noch regelmäßig (wenn auch sehr selten) Fisch gegessen! Der Arzt damals hat mir nichts verschrieben und auch keine weiteren Tests zur genauen Abklärung veranlasst. Ohne Worte, oder? Also kommt mein niedriger Wert noch aus einer Zeit, in der ich in rauhen Mengen Käse und andere Milchprodukte und sogar ab und zu Fisch und Meeresfrüchte zu mir genommen habe.

Als ich vegan geworden bin, habe ich nach kurzer Zeit angefangen Veg1-Lutschtabletten zu nehmen. Allerdings nur ab und zu und richtig informiert über B12 hatte ich mich auch nicht. Als Sante in Zusammenarbeit mit dem VEBU die B12-Zahnpasta herausgebracht hat, habe ich mir die gekauft und ab da nur noch damit supplementiert. Höchstens ab und zu habe ich noch Lutschtabletten gelutscht, dann aber nicht mehr die Veg1, sondern JARROW® Methyl B-12 1000 µg. Da ich vorher schon einen sehr niedrigen Level hatte, hat das bisschen Zahnpasta und Lutschtabletten wohl nur gereicht, um den Status Quo zu halten und nicht um meinen B12-Speicher wirklich aufzufüllen. Ich kann wirklich jedem nur raten, gleich zu Anfang den Holo-TC Wert messen zu lassen (am besten gleich zusammen mit Homocystein und MMA). Dann kennt man die Ausgangssituation und kann auch besser vergleichen und gleich richtig supplementieren.

Nun sind wieder ein paar Wochen vergangen und ich habe mein Blut erneut kontrollieren lassen. Jetzt ist alles supi, der Holo-TC-Wert hat sich normalisiert, auch Homocystein und MMA sind optimal. Ich werde also weiterhin jeden Tag eine Lutschtablette nehmen und in ca. 1 Jahr wieder einen Bluttest machen lassen.


Übrigens essen wir nicht nur Burger, Pizza, Döner und Co - es kommt wirklich viel Gesundes bei uns auf den Tisch, sonst wären wahrscheinlich meine Blutwerte bei Weitem nicht so gut ;) Es ist eben eine Mischung aus gesund, vitalstoffreich und dann eben doch wieder kaloriengeladen und mächtig. Außerdem habe ich mal gehört, dass man, wenn man sein Gewicht halten will, eben auch mal essen muss, wenn man keinen Hunger hat :D Oh je, ich hoffe Ihr versteht meinen Humor.

Sommerrollen mit Gemüse- und Tofufüllung und Limetten-Chili-Sojasauce

Vollkornpfannkuchen mit Pilz-Haselnuss-Füllung und Feldsalat

Grüner Smoothie mit Honigmelone
Doch nicht nur ich habe mich verändert, auch mein Umfeld. Veganismus ist ständig in den Medien, Lebensmitteskandale häufen sich (mal wieder) und auch Menschen, die sich absolut nicht vorstellen können, ohne Fleisch zu leben, kommen ins Grübeln – zumindest über die Art und Weise, wie die sogenannten Nutztiere gehalten werden und selbst eingefleischte Fleischliebhaber kritisieren die Massentierhaltung und alles, was damit zu tun hat. Das bedeutet nicht, dass jetzt die ganze Welt vegan wird, aber mein Eindruck ist, dass viele sich nun genauer informieren, bewusster konsumieren und generell etwas weniger Fleisch essen. Begriffe wie Teilzeit-Vegetarier und Flexitarier kommen auf einmal auf, wodurch mein Eindruck bestätigt wird. Jede Mahlzeit zählt! Eine meiner Kolleginnen (Julia, ihr kennt sie von ihrem Curacao-Gastbeitrag) ist mittlerweile seit 2,5 Jahren Vegetarierin (mit stark eingeschränktem Milchkonsum, allerdings liebt sie Käse), 3 Kollegen haben ein veganes Familienmitglied (bei zweien ist es jeweils der Bruder, bei einem der Sohn) und mindestens 2 Kollegen haben eine vegetarische Freundin, bzw. Frau. Und die Freundin eines Kollegen ist fast Vegetarierin geworden, sie hat es aber nicht ganz durchgehalten, sie ist noch ab und zu Fisch oder Wurst. Aber vor allem der Pferdefleisch-Skandal hat sie sehr zum Nachdenken gebracht. Früher kannte ich gar keine Veganer und wie gesagt nur wenige Vegetarier. Und jetzt sind die auf einmal überall. Im Flugzeug war ich früher die einzige, die eine vegetarische Mahlzeit serviert bekommen hat, bei unserem letzten Flug habe ich mal gezählt und es waren mindestens 10 Leute ;)

Mein Mann und ich im veganen Restaurant Wondergood in Frankfurt

In Paris
Und wie Ihr wisst, ist mein Mann ja kein Veganer, aber auch an dieser "Front" gibt es ein paar Neuigkeiten:

Mein Mann hat noch nie besonders viel Fleisch gegessen, vor allem keine Innereien. Und er hat so Sachen wie Brathähnchen oder Sparerips gehasst, wo man an Knochen rumnagen muss. Aber Wurstaufschnitt fürs Brot oder Bratwürstchen hat er geliebt. Sowas gibt es jetzt zuhaue nicht mehr. Er kauft keinen Käse und keine Wurst mehr, zuhause wird nur noch vegan gegessen. Da er Schicht arbeitet, geht er tagsüber einkaufen und das bedeutet, er könnte quasi alles kaufen und essen, was er so möchte. Und trotzdem kauft er keinen Käse und keine Wurst mehr. Dafür gibt es nun Vurst und Väse.

Kasimir findet sowohl Vurst als auch Väse mehr als verführerisch ;)

Leckeres veganes Sushi

Unterwegs hat er noch eine ganze Weile jedes Mal Fleisch bestellt, aber das ist fast auf Null zurückgegangen. Wenn wir Sushi essen gehen, isst er manchmal noch Fisch. Aber auch da passiert es in letzter Zeit immer häufiger, dass er auch die vegetarische Platte bestellt. Ich glaube, grundsätzlich will er auch kein Fleisch mehr essen. So ähnlich hat er das zumindest mal zu mir gesagt. Er meinte, er kann die ganzen Informationen, die er zwangsläufig so mitbekommt, ja auch nicht einfach ignorieren. Es geht nicht spurlos an ihm vorbei, wenn er Bücher wie „Tiere essen“ liest (jaaa, das hat er wirklich von sich aus gelesen!) oder mit mir zusammen „Earthlings“ anschaut. Und er hat schon festgestellt, dass er nicht wirklich Fleisch vermisst. Und er trägt Vegan-Shirts - ohne Worte ;) 

Veganer Döner bei VSD 2012 in Dortmund

In Mannheim und Frankfurt haben einige vegetarische/vegane Locations eröffnet und auch immer mehr „normale“ Läden bieten nun vegane Gerichte an. Und das ist wirklich eine Sensation, denn ich erinnere mich an sehr, sehr viele Familienfeiern in diversen Restaurants, wo man als Vegetarier schon ein absoluter Alien war und mich das Servicepersonal sehr seltsam angeschaut hat, wenn ich nach einer Kombination aus verschiedenen Beilagen oder Vorspeisen gefragt habe, weil einfach kein vegetarisches Hauptgericht auf der Speisekarte zu finden war. Auch zu dieser Zeit war ein Salat oft die einzige fleischlose Alternative. Und an dieser Front hat sich mordsmäßig was getan!!! Alleine in Mannheim kann ich vegane Törtchen und Kuchen bekommen (beim Biobäcker und im Café Vogelfrei), veganen Döner bei Food Inn, Hot Dogs mit Seitan-Würstchen im O‘ Dog Café, veganen Mittagstisch in der Sonnenblume, vegetarisches Buffet mit großer veganer Auswahl (auch Kuchen und Eis) im Heller’s, vegane Burger und weitere Spezialangebote im Familienbetrieb, ein veganer Tofu-Burger im Café Vienna, jede Menge tolle vegane Gerichte á la carte und wechselnde Tagesgerichte in der Kombüse. In der Cafeteria KUBUS in der Mannheimer Uni-Mensa wird eine vegane Currywurst angeboten. Außerdem findet ständig in unserer Umgebung irgendwo ein veganer Brunch oder Stammtisch statt, es hat sich wirklich einiges getan.

Früher bin ich nie in rein vegetarische Restaurants gegangen – es gab lediglich das Heller’s in Mannheim und das sagte mir nicht so besonders zu. Heute gibt es sogar rein vegane Restaurants und wenn ich irgendwo eins entdecke, in der Umgebung oder auf Reisen, gehe ich dort sehr gerne hin, weil ich nicht erst groß rumfragen muss wegen irgendwelcher Inhaltsstoffe. Zuhause mag ich lieber „normale“ Restaurants, damit wir auch mit unseren nicht-veganen Freunden essen gehen können.

Was, ich bin noch mit Nicht-Veganern befreundet? Jawoll! Einen einzigen Freund haben wir verloren, der vor allem in meiner veganen Anfangszeit (ui, was war ich da euphorisch!) extrem von dem Thema genervt war. Allerdings war da für mich alles neu und es ist doch auch logisch, dass man da mit Freunden drüber sprechen will, oder? Wahrscheinlich wäre das also auch aus anderen Gründen mit der Zeit nicht mehr gut gegangen. Auch bei anderen habe ich gemerkt, dass sie nicht so viel mit dem Thema anfangen können und ich fühle mich deshalb nicht mehr ganz so wohl dort. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schließlich kann ich ja auch deren seltsamen politischen Einstellungen akzeptieren, auch wenn ich ganz anders ticke. Aber Freunde müssen ja auch nicht komplett gleich sein. So sehe ich das zumindest.

Hinzu gekommen, sind viele neue Freundschaften, z.B. hat sich die Freundschaft zu Sven und Susanne sehr vertieft. Die beiden waren von Anfang an sehr offen, was das Essen anbelangt und mittlerweile gehen sie nicht nur gerne mit uns gemeinsam vegan essen, sondern sie kochen regelmäßig (mehrmals die Woche) auch zuhause selbst vegan. Vor allem so Produkte wie die Soja Big Steaks und das Veggie Beef von Vantastic Foods haben es ihnen angetan. Das macht sie nicht zu Veganern, aber das ist auch absolut nicht schlimm. Wie gesagt, jede Mahlzeit zählt. Und es hat sich auch ansonsten eine super Freundschaft entwickelt mit vielen gemeinsamen Interessen. Auch hier gibt es natürlich Themen, bei denen wir uns nicht einig sind, aber das kommt sogar in den besten Beziehungen vor ;)

Als Vegetarier habe ich auch nie besonders nach Gleichgesinnten gesucht, ich habe eben einfach nur kein Fleisch gegessen. Ich kannte auch noch nichtmal eine Hand voll Vegetarier. Aber heute habe ich durch den veganen Stammtisch in Mannheim, diverse Brunchs usw. jede Menge vegane Bekannte und auch tolle neue Freunde dazu gewonnen. Zusammen ist man einfach weniger allein. Und an dieser Stelle möchte ich noch ein dickes Bussi nach München zu „meiner“ Claudi schicken, die mich nicht nur anfangs sehr stark vegantechnisch unterstützt hat, sondern mittlerweile zu einer richtig guten Freundin geworden ist, zu der ich fast täglich Kontakt habe. Claudi bietet mittlerweile auch Coaching an für alle, die mehr als nur ein paar einfache Fragen zur veganen Lebensweise haben und gerne intensiver beraten werden würden.


Außerdem lasse ich ganz viele Herzchen zu meiner Freundin Anna rüberfliegen, die mich einfach immer zum Lachen bringt und unser Nachbar Jochen, der die besten veganen Berliner backt, hat sich auch eine Umarmung verdient (mindestens eine!).

Auch im Supermarkt gibt es vegane Produkte zu kaufen, bei Tegut und Globus gibt es sogar den veganen Käse von Wilmersburger, um nur mal ein Highlight zu nennen. Darüber hinaus gibt es noch viel mehr tolle Dinge, einige sind „accidently vegan“. Schaut Euch doch mal meine Liste mit veganen Supermarktprodukten bei Deutschland is(s)t vegan an!



 

Die Akzeptanz in meinem Umfeld wächst, ich muss mir nicht mehr ganz so doofe Sprüche anhören, da das Thema nach 2 Jahren nicht mehr ganz so interessant ist und außerdem alle gemerkt haben, dass ich ansonsten immernoch die Gleiche bin und vom Geschmack diverser veganer Speisen konnte man sich auch überzeugen.

Für alle Neuveganer oder solche, die es werden wollen oder einfach nur Menschen, die sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzen wollen, Familienmitglieder von Veganern oder gerne auch „vegane alte Hasen“ ist das Buch „Ab heute vegan“ gedacht, das wir Deutschland is(s)t vegan-Blogger gemeinsam unter der Regie von Patrick Bolk geschrieben haben. Das Büchlein stellt einen Leitfaden durch den veganen Alltag dar. Wir hoffen, damit vielen Leuten zu helfen, ihnen die Angst vor dieser Lebenswese nehmen zu können, auch die Angst vor dem „Versagen“, wenn man mal zwischendurch schwach wird und Gelüste auf Käse o.ä. hat. Eine Leseprobe gibt es hier.
Aktuell ist die 1. Auflage so gut wie ausverkauft und ab Ende September gibt es die 2. Auflage im Handel.



Wir alle haben gemeinsam am Buch gearbeitet, aber es ist ja wohl klar, für welches Kapitel ich besonders viel beigesteuert habe ;)



Aktuell hat mein Blog fast 1.600 Likes bei Facebook und jeden Tag ca. zwischen 400 und 500 Klicks. Das ist wirklich krass!!! Dafür möchte ich mich bedanken und zwar mal wieder mit einem Gewinnspiel.


Zu gewinnen gibt es:

3 Exemplare unseres Deutschland is(s)t vegan-Buchs "Ab heute vegan" und dazu noch jeweils eine Kleinigkeit, die mit Urlaub und Verreisen zu tun hat.

1. Preis: "Ab heute vegan" und eine digitale Kofferwaage

2. Preis: "Ab heute vegan" und ein Nähset für unterwegs

3. Preis: "Ab heute vegan und Haftmarker für Reiseführer

Teilnahmebedingungen: 

Bitte hinterlasst ein Kommentar unter diesem Beitrag bis zum 30.09.2013 um 24.00 Uhr, es würde mich z.B. interessieren wie lange Ihr schon vegan lebt oder ob Ihr vielleicht gerade erst mit dem Gedanken spielt, Eure Ernährung umzustellen. Wie ergeht es Euch damit?

Mitmachen dürfen dieses Mal nur Leser, die in Deutschland leben. Denn anscheinend habe ich auch Leser aus Österreich, der Schweiz und anderen Ländern und beim letzten Mal bin ich ernsthaft erschrocken, was es kostet, etwas innerhalb von Europa zu verschicken :( Ich hoffe, Ihr versteht das. Und nun: viel Glück!

 

Aktualisierung 02.10.2013

Uiuiui, bei mir war die letzten beiden Tage die Hölle los. Aber heute Abend kam ich dann endlich dazu, die Gewinner der aktuellen Verlosung zu ziehen. Gewonnen haben:

3. Preis: Julia
2. Preis: Mojo 
1. Preis: Bonkoline

Die Gewinner wurden soeben per e-Mail benachrichtigt. Danke an alle fürs Mitmachen!