Freitag, 9. August 2013

Asien vegan: Indien, Thailand, Malaysia und Japan - Gastbeitrag von Veganine

Janine war kürzlich gemeinsam mit ihrem Freund 5 Wochen lang in Asien unterwegs. Auf Ihrem Blog Veganine habe ich die vielen tollen Fotos von Thailand und Malaysia gesehen und musste sie einfach anschreiben, ob sie nicht Lust auf einen Gastbeitrag für „V“eltenbummler hat. Ich wollte auch schon immer nach Asien, vor allem nach Thailand und freue mich sehr, dass sie zugesagt hat. Ich bin sehr stolz, was mittlerweile schon für tolle Bloggerinnen bei mir zu Gast waren. Und Janine macht da keine Ausnahme. Geht mit ihr gemeinsam auf eine kulinarische Reise durch Thailand, Malaysia, Indien und Japan. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

 

Hallo, mein Name ist Janine und vielleicht kennen mich manche von meinem Blog www.veganine.blogspot.de. Ich bin seit knapp 1,5 Jahren Veganerin, nachdem ich davor circa 8 Jahre Vegetarierin war. Es war bisher die beste Entscheidung meines Lebens ☺ 

Doch natürlich wollte auch ich als Veganerin die Welt sehen und machte so diesen Frühling mit meinem Freund eine fünfwöchige Reise durch Asien. Wir waren zu erst 2 Wochen in Indien, danach jeweils eine Woche in Thailand, Malaysia und Japan. Die Reise war der Wahnsinn und wir haben unfassbar viel gesehen und erlebt. Selbstverständlich haben wir auch sehr viel gegessen – und zwar richtig frisch, viel und lecker! 

Mein Freund ist allerdings kein Veganer und hat sich so auch mal quer durch die Delikatessen der Länder gespeist. Mit mir isst er allerdings immer soweit es geht vegan und hat auch großes Interesse daran. Zusammen haben wir uns dann in jedem Land auf die Suche nach dem leckersten Gericht gemacht. 

Indien

Beginnen wir mit Indien: Hier bekommst man zwar viel vegetarisches, aber nicht so häufig veganes Essen. Meistens wird Ghee (Butterschmalz) als Grundlage zum Kochen benutzt und die Saucen werden gerne mit Sahne oder Milch cremiger gemacht. Außerdem ist fast überall Paneer (weißer Käse) im Essen, selbst wenn es nicht auf der Karte steht. Da wir ein begrenztes Budget hatten und eine Rundreise durch Indien unternahmen, hatten wir nicht immer viele Optionen, unser Essen auszusuchen. Meistens aßen wir an speziellen Raststätten auf den Highways, die zum Glück nicht ganz so scharfes Essen kochten, dafür aber teuer waren. In den Städten war es oft so heiß, dass wir nur morgens und abends warm essen mussten, da wir einfach nicht hungrig wurden. Meistens vegan sind Samosas (Teigtaschen mit Erbsen, Kartoffeln, etc und Gewürzen gefüllt), aber die, die wir hatten, waren unglaublich scharf, sodass ich sie nicht essen konnte. Ich bestellte häufig Daal (Linsen in Sauce) mit Naan, Chapati (Brotsorten) oder einfach Reis ohne Ghee. Daal schmeckt in Indien überall – das ist so ziemlich das indischste Gericht, das ich kenne. 


Daal
Außerdem lecker schmeckt Aloo Palak, Kartoffeln in feinem Spinat. Manchmal wird
einfach Käse darüber gestreut.



Aloo Palak
In Pushkar waren wir in einem vegan-vegetarischen Restaurant und haben uns mal etwas
Feines gegönnt: Spaghetti mit Gemüse-Bolognese und Tofuschnitzel mit viel frischem
Gemüse. Außerdem einen Shake aus Banane, Kokos, Erdbeeren und Sojamilch! Das war
wahnsinnig gut und eine echte Abwechslung zum sehr fettigen, scharfen Essen. 






Wenn wir gar nicht mehr konnten, haben wir immer „Vegetarian Chow Mein“ oder andere
Nudeln oder aber gebratenen Gemüse-Reis bestellt, da hauptsächlich ich irgendwann die
Gewürze nicht mehr sehen, riechen oder schmecken konnte. Trotzdem hat irgendwie
alles indisch geschmeckt ;) 





Zwischendurch gab es Channa Masala (Kichererbsen) oder andere, leckere Gerichte.




Obst gibt es in Asien genug. Vor allem die Bananen sind lecker und auch die anderen
Früchte sehen alle toll aus. Hin und wieder haben wir uns Bananen geholt, meist waren
wir aber wie gesagt so satt, dass wir tagsüber nicht mehr viel essen brauchten. Abends
habe ich meistens einen Obstsalat mit verschiedenenFrüchten bestellt, bei denen ich
leider gar nicht genau weiß, was es nun tatsächlich war ;) 





Am Ende machten wir eine Bootstour in den Sundarbans und bekamen dort frisch
gekochtes Essen. Für mich war es extra mild, da mein Magen und mein Körper generell
durch eine Lebensmittelvergiftung inklusive Krankenhaus leider sehr geschwächt waren.
Ich bekam Daal, gebratenes Gemüse, selbstgemachte Pommes, Rohkost und Reis (das
andere ist Fisch für meinen Freund). Das war zwar ganz und gar nicht fettarm (nichts
gegen Fett – aber es hat wirklich getrieft :D), aber total lecker. Es ist wohl einfach so, in
Indien.



Thailand

In Thailand waren wir im Paradies. Es ist extrem leicht, an veganes Essen zu kommen
und noch dazu ein wahrer Gaumenschmaus. In Rayong, unserer ersten Station, half uns
meine thailändische Freundin beim Bestellen, da dieThais nicht so gut Englisch
sprechen. Kochen können sie dafür umso besser! Meinerstes Pad Thai war der Knüller
und von da an hatten wir jeden Tag tolles Essen. Nie war es zu scharf oder zu fettig,
immer frisch, mit viel Gemüse, leckeren Nudeln, Tofu, Reis und toll gewürzt. Ich vermisse
das Essen hier täglich! 





Gerne gegessen habe ich auch Sticky Rice mit Mango.Das ist klebriger, mit Kokosmilch
gekochter, süßer Reis und dazu frische, saftige Mango. SOOO lecker! Wirklich. Eine
echte Delikatesse <3 



Außerdem waren wir bei der Kette „Sizzler’s“, eigentlich ein Steakhouse. Durch meine
Freundin kamen wir dorthin, da sie uns von der riesigen Salatbar erzählte. Für wenige
€uros konnte man sich – ohne ein Hauptgericht mit Fleisch bestellen zu müssen – an der
Salatbar bedienen, und zwar so oft man wollte! Es gab wirklich viel Auswahl und ich
konnte fast alles essen. Sogar warme Nudeln gab es,frisches Gemüse, knackige Salate,
viele Beilagen…traumhaft. Wir waren insgesamt 2x dort. Auch die Smoothies sind dort toll
– Ich hatte einmal Erdbeer und einmal Apfel-Kiwi. 



Apfel-Kiwi-Smoothie
 

In Bangkok hatten wir den Jackpot geknackt – direktneben unserem Hotel im tollen
Bezirk Chinatown gab es einen kleinen, veganen Imbiss. Ich konnte es gar nicht glauben,
aber es stimmte wirklich ^_^ Die Köchinnen waren sehr lieb und das Essen wunderbar. Es
gab alles, was man auf einer Speisekarte sonst so findet – nur eben in vegan! Das haben
wir ausgenutzt. 






Ansonsten haben wir hier und da gegessen und waren eigentlich immer zufrieden. Und es
war alles so billig: Ein Essen kostete zwischen 1-2€, wenn überhaupt. Traumhaft!
Außerdem gab es hier und da vegane Snacks, Kekse und Chips. Da habe ich mal ein
paar Dinge zusammengetragen: Sojamilch mit Schokoladengeschmack, Oreos, Seetang-Chips, Tofu für zwischendurch, ein veganes Fertiggericht aus dem 7-11…. 


 





In jeder Shopping Mall (von denen es unzählige gibt) ist im obersten oder untersten
Stockwerk ein Food Court. Dort gibt es jede Menge günstige Restaurants und viel
Auswahl. Hier haben wir auch hin und wieder gegessen, aber Street Food war einfach
besser und authentischer! 



Außerdem haben wir noch viele andere Leckerein gegessen, unter anderem bei einem
weiteren, veganen Food Stall, der Unmengen an Fleischersatz (und so lecker…) anbot ☺


 





Malaysia

In Malaysia ging der Traum weiter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir täglich
toll gegessen. Im gegenüberliegenden Lokal gab es günstige, frische Leckereien und
riesige Portionen (wie überall!!). Die Gewürze waren zum Reinlegen lecker. Wir waren
dort fast jeden Tag zum Frühstück und wurden nie enttäuscht! 




Außerdem aßen wir viel Streetfood, unter anderem Kway Teow (dicke Reisbandnudeln,
die sehr schleimig werden und richtig süchtig machen) und Roti Chanai mit Gemüse oder
Kakao und Banane gefüllt. 


 


In einer der vielen Malls gab es einen veganen Stand: Vegetarian Cuisine. Hier gibt es
alles, was das Herz begehrt. Die tollsten Fleisch-Alternativen, leckere Saucen, Gemüse,
Suppen, Beilagen…und alles frisch! Ich habe mir natürlich zu viel ausgesucht und konnte
abends noch davon satt werden. Hier waren wir auch mehrfach, da es einfach zu gut war.
Und wieder mal: total preiswert. 








An unserem vorletzten Tag waren wir in einem buddhistischen Tempel essen, der
montags - donnerstags ein umfangreiches, rein veganes und natürlich günstiges Buffet
bietet, hier bekommt man sogar Pizza, Süßigkeiten und frische Säfte. Leider konnten wir
hier nur einmal essen, da wir zu spät davon erfahren hatten, aber es hat sich so was von
gelohnt. Es gab sogar vegane Hähnchenschenkel, die man hier für horrende Preise
bekommt, einfach so und in rauen Mengen! Wir konnten leider nicht alles probieren und
unsere Mägen waren viel zu schnell voll, dennoch war es eine tolle Erfahrung. Das tollste
daran: Es sah aus wie eine Kantine für viele Geschäftsleute (drumherum waren viele
Banken, Hotels und die Petronas Towers), und es warsehr sehr voll! Wir bekamen
gerade noch so einen Platz. 




Auch in Malaysia haben wir gesnackt und es gab soooviele vegane Kekse und leckere
Chips. Außerdem Oreo-Sjoamilch-Shake bei Boost! So gut! 






Japan

Weiter geht es nach Japan. In Tokyo hatten wir so unsere Probleme mit veganem Essen.
Dennoch ließ sich auch hier alles lösen ;) Die Stadt hat uns sofort in ihren Bann gezogen
und nicht mehr losgelassen. Am ersten Abend aß ich ein Ramen mit (angeblich)
Sojasauce statt Fischsauce als Grundlage. Ich weiß bis heute nicht, was es wirklich war,
denn nach Soja hat es nicht geschmeckt :D Die Nudeln waren aber fabelhaft. 



In Japan ist Fisch Standard, deshalb ist es für Veganer hier wirklich schwierig. Noch dazu
hatten wir ein knappes Budget und Tokyo ist vergleichsweise sehr teuer. Vor allem
vegane Restaurants haben unser Tagesbudget locker gesprengt! Also mussten
Alternativen her. Ich habe mich schlau gemacht und konnte so im 7-Eleven oder anderen
24-Stunden Märkten veganes Sushi, Inari (Tofutaschen mit Reis gefüllt) oder Onigiri
(Reisbälle mit Seetang umhüllt und gefüllt) ausfindig machen. Denn es steht dort alles nur
auf Japanisch! Sushi essen gehen war für uns nicht drin. Aber das war OK, in den
Supermärkten hat es auch lecker geschmeckt und war ein guter Snack für unterwegs. 



Dann haben wir in unserem Hostel gekocht, sodass ich 3 Abende davon essen konnte.
Leckerste Udon-Nudeln mit Karotten, Paprika, frittiertem Tofu, veganer Fischsauce und
Mungobohnenkeimlingen. Das war sehr sättigend und trotzdem irgendwie japanisch ;) 



An einem Tag waren wir dann doch vegan essen, und zwar im Loving Hut. Diese Kette
gibt es scheinbar weltweit, ich hatte bis dato nicht davon gehört. Jedenfalls konnte man
dort mittags ein Bento essen, was ich mir nicht entgehen lasste wollte: Es beinhaltete
Vollkornreis, Salate, Gemüse mit Tofu und einen Fleischersatz in leckerer Sauce. Das
Bento hat mich sehr satt gemacht und war wirklich lecker. Leider ist Tokyo riesig und so
kamen wir nur einmal in die Nähe des Loving Hut. 




Bei unserer Abreise aß ich am Flughafen ein Subway Sancwich gegessen, mit
Guacamole statt Käse ;) Käse gibt es in Japan bei Subway gar nicht, nur wenn man ihn
extra dazubestellt. Finde ich super!!! 



Ansonsten lässt sich sagen, dass man in Japan schongünstig essen kann, wenn man
keine Extrawünsche hat. Viele kleine Restaurants mit Selbstbedienung bieten frische
Ramen oder Ähnliches an, allerdings sprechen die Leute meist kein Englisch und die
Gerichte sind auf Japanisch. Daher hat mein Freund dieses Angebot genutzt, während ich
tagsüber eher gesnackt habe (Sushi und Co) und abends warm im Hostel gegessen
habe. Das war aber auch vollkommen in Ordnung und lecker ☺


Wir ihr seht, ist Asien allemal eine (kulinarische)Reise für Veganer wert, aber natürlich
haben wir nicht nur gegessen, sondern auch jeden Tag viel unternommen. Dazu folgen
jetzt noch ein Paar Eindrücke ☺


Asien Impressionen

Indien




Japan







Malaysia





Thailand





Und das sind wir:




Vielen Dank, Janine! Wer mehr Bilder von ihrer Reise sehen will, der klickt am besten hier und hier.

Kommentare:

  1. ich war letztes jahr auch zwei wochen als vegetarier inthailand und es war auch echt machbar, aber ein bisschen eintönig fand ichs auf dauer schon

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  2. oh toll vielen dank, ganz super!!! schau ich mir morgen genauer an, wenn ich zeit habe <3 JUHUUU :)

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  3. Danke für den tollen Bericht!
    Ich lese Deinen Blog immer total gerne, auch die Gastbeiträge sind sehr interessant.

    Liebe Grüße!!
    (Leider kann ich von solchen Reisen aus finanziellen Gründen nur träumen...aber auch das ist schön, und durch die Berichte und die tollen Fotos reise ich quasi mit :-))!

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  4. Ein wunderbarer Bericht mit tollen Fotos! Ich war noch nie Richtung Asien unterwegs, aber Japan würde mich auch mal sehr interessieren.
    Danke für die Einblicke :)

    Liebe Grüße
    Federchen

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  5. das ist köstlich! Danke! Ich liebe asiatisches Essen

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  6. Wunderbar lecker! Vielen Dank.:)

    Ich war gerade 5 Wochen in Südostasien und kann dir nur zustimmen, dass Thailand ein kulinarisches Paradies ist.

    Dennoch möchte ich ergänzen, dass leider nicht alles aufgeführte vegan ist:
    -die Lactasoy ist ein Soja-Laktose-Mix..Milchanteile..schade, soll ein Schlemmfest sein^^
    - und das köstliche Naan!! häufig mit Joghurt zubereitet..

    Bei der Zubereitung von unfritierten Frühlingsrollen wird für gewöhnlich Fischsauce verwendet.

    Falls man sich verständlich machen kann, ist Fragen immer die sichere Methode.

    So oder so: es gibt zahlreiche grandiose Gerichte, welche das vegane Schmausen vergnüglich machen.

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    1. Vielen Dank für Deine Ergänzung!

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    2. ich sehe den kommentar jetzt erst - das mit der lactasoy milch hatte ich auch vor ort schon bemerkt.
      frühlingsrollen habe ich nur von veganen bzw vegetarischen ständen gegessen, das war also ebenfalls problemlos. beim naan bzw generell indischem brot habe ich dazu gesagt, ohne ghee, butter oder joghurt. war also alles ganz einfach ;)

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