Samstag, 9. Juni 2012

Sunshine Reggae: Jamaika



2009 haben wir unsere Flitterwochen auf Jamaika verbracht. Das war mein erster Urlaub außerhalb von Europa und für mich eine echt große Sache. Außerdem war es mein erster Flug, seit ich beschlossen hatte, meine Flugangst zu besiegen.

Da meine Tante in den 90ern dort für 8 Jahre gelebt hat und auch meine Cousine dort zur Welt gekommen ist, hat es mich schon immer gereizt, dort auch einmal hinzufliegen.

Meine Tante hat damals bei einer Firma als Reiseführerin gearbeitet, die Insel-Rundreisen mit deutschen Touristen macht. Immer wieder haben uns fremde Leute eine Kopie ihres Urlaubsvideos zukommen lassen, auf denen hin und wieder auch meine Tante zu sehen war. Da bekam man schon echt Lust, sich das mal live vor Ort anzusehen. Also wir haben 1 Woche lang eine Rundreise gemacht und die zweite Woche dann in einem super All Inclusive Hotel in Negril verbracht. Außerdem halte ich so eine Rundreise für eine Möglichkeit, Land und Leute ganz gut kennenzulernen.

Also damals war ich noch nicht vegan, habe aber zumindest auf Fleisch und Fisch verzichtet. Trotzdem habe ich in 2 Wochen nie hungern müssen, ganz im Gegenteil. Ich bin mir sicher, das gleiche gilt dort auch für Veganer. Die Rastafari z.B. ernähren sich ausschließlich vegetarisch, sogar fast vegan bis auf Honig und ab und zu etwas Milch. Ihr Essen nennt sich Ital-Food. Ital is vital! Es geht darum, lebendige Nahrung zu sich zu nehmen. Gewürzt wird mit Kräutern, auf Salz wird gänzlich verzichtet. Es geht darum, den Eigengeschmack der Speisen zu erhalten. Wenn Ihr also so ein buntes kleines Häuschen seht mit der Aufschrift "ITAL", dann haltet an und schaut mal vorbei!

Näheres zu den Ernährungsgewohnheiten der Rastafari:

Ich will Euch nun ein bisschen was zu Jamaika erzählen und mit Euch Links teilen, die ich im Nachhinein recherchiert habe. Außerdem ist die karibische Küche einfach sagenhaft und ich habe sehr viele jamaikanische Rezepte für Euch zusammen gestellt.

Jamaika, das bedeutet weiße Sandstrände, Schirmchen-Cocktails und Reggaemusik. Zumindest in den Köpfen der meisten. Doch zum ersten Mal muss ich auch wirklich ein paar nicht so positive Sachen loswerden und mit ein paar Klischees aufräumen. Das werde ich aber erst am Ende meines Reiseberichtes tun.Jetzt erzähle ich einfach erst mal, was ich so über Jamaika weiß und wie unser Urlaub dort abgelaufen ist:
Jamaika ist die drittgrößte karibische Insel und die größte englischsprachige Insel in der Karibik, sie gehört zu den Großen Antillen. Sie ist 90 Meilen von Kuba und 600 Meilen von Florida entfernt. Der Name des Landes stammt von den Arawak Indianern, die die Insel Xaymaca genannt haben, was so viel bedeutet wie Land of Wood and Water, also Land von Wald und Wasser. Und der Name ist Programm, die Insel ist wirklich sehr grün mit großen Flächen Urwald und bietet auch einige wunderschöne Wasserfälle, z.B. die YS Falls und die Dunns River Falls.




Allgemeine Tipps für Jamaika:
USA-Netzadapter einpacken und unbedingt Mückenspray immer dabei haben!

Empfohlene Impfungen:
http://www.touristiklinks.de/laender/karibik.php/jamaika/gesundheit/

Flugdauer / Reisedauer / Reisezeit:
Aus dem deutschsprachigen Raum wird der Flughafen derzeit von Air Berlin aus Düsseldorf und Condor aus Frankfurt am Main angeflogen. Der Flug dauert ca. 9 Stunden.

Zwischen Mai und Oktober ist Regenzeit, also würde ich empfehlen, zwischen November bis Mai dorthin zu reisen.
Da Jamaika nur einmal die Woche von Deutschland aus angeflogen wird, kann man leider nicht 10 Tage oder so bleiben (meine bevorzugte Reisedauer), sondern entweder 1 Woche oder eben gleich 2 Wochen. Eine Woche ist sehr kurz, alleine schon wegen der stressigen und langen Anreise. Aber 2 Wochen zu füllen ist auch ganz schön schwierig muss ich sagen. Und nur am Strand rumliegen, das kann ich einfach nicht.

So, fangen wir mal mit dem Hinflug an. Ich habe mich sehr bemüht, so entspannt wie möglich zu sein, schließlich war das nun der erste Flug, auf dem ich mir selbst zeigen konnte, dass ich keine Flugangst mehr habe. Das hat auch eigentlich ganz gut geklappt, aber kurz vor den Startvorbereitungen hat eine Jamaikanerin auf einmal eine Panikattacke bekommen und andauernd "I smell Gasoline" gerufen. Die Flugbegleiterinnen haben sie ignoriert und ein anderer Passagier hat ihr dann irgendwann gesagt, dass sie einfach die Klappe halten soll, weil sie den anderen Leuten Angst macht. Dann war Ruhe.

Beim Heimflug hatten wir einen medizinischen Notfall und mussten in Irland zwischenlanden, um eine Frau schnellstmöglich ins Krankenhaus bringen zu können. man hat es mir nicht gerade einfach gemacht, mutig bei diesem Flug zu bleiben. Aber irgendwie haben wir es geschafft, heile nach Jamaika und wieder nach hause zu kommen.

Nun zum Flugzeug-Essen:
Bei Condor scheint vegetarisch das Gleiche wie vegan zu bedeuten, denn damals habe ich mich innerlich noch etwas aufgeregt, dass ich einen Obstsalat als Dessert bekam anstelle des leckeren Snickers, das mein Mann auf seinem Tablett liegen hatte. Und statt köstlicher Butter hatte ich 'ne olle Margarine. Aber heute freue ich mich darüber, dass ich mir keine Gedanken machen muss, wenn ich mit Condor fliege.

So, nun geht's aber endlich los mit meinem Bericht:

1. Woche - Rundreise:
Wir sind abends am Sangster International Airport in Montego Bay gelandet. Es war schon spät, als wir im Hotel eingecheckt haben. Nach dem Abendessen bekamen wir noch ein paar Infos über den Verlauf der Rundreise und uns wurde gesagt, wann wir uns am nächsten Tag zum Frühstück treffen.

1. Tag in Montego Bay: der Blue Mountain Coffee zum Frühstück hat sehr gut geschmeckt, desweiteren gab es frisch gepressten Saft, Früchte und Pancakes (natürlich unvegane) mit Ahornsirup. Ein Tipp: das Nationalgericht Ackee bestellen (aber ohne Fisch)! Aber auch anderes Gemüse oder Hash Browns kann man bereits zum Frühstück bekommen. Auch sehr lecker ist die Guavenmarmelade auf Toast.

Ackee


Mittags waren wir am Strand von Montego Bay und der puderzuckerweiße Strand und das türkisblaue Meer haben uns erst einmal für die Strapazen des langen Fluges entschädigt. Dann noch ein paar Fruchtcocktails und die Entspannung war perfekt. Wir waren angekommen.




Nachdem der erste Tag nur der Eingewöhnung galt, ging es am 2. Tag erst richtig los: Weiterfahrt zu den YS Falls.

YS Falls

Die YS Falls sind ein sehr schöner Wasserfall, der sich über mehrere Ebenen erstreckt. An einigen Stellen kann man dort in den Flussbecken baden. Von daher sollte man unbedingt Badesachen und auch Wasserschuhe dabei haben wegen des steinigen Untergrundes. Wenn man besonders mutig ist, kann man auch eine Canopy Tour machen, dabei saust man an einem Drahtseil über den Wasserfällen entlang durch den tropischen Wald




Canopy Tour

Der Kolibri ist der Nationalvogel Jamaikas

Am 3. Tag fuhren wir zur Appleton Rumfabrik und machten unterwegs einen kurzen Fotostopp in der 4 km langen Bambusallee. So riesigen Bambus hatte ich noch nie zuvor gesehen.





Appleton Rum Estate

Hier kann man erfahren, wie Rum früher hergestellt wurde und wie er heute gemacht wird. Selbstverständlich gab es anschließend eine Verkostung :P




Je länger der Rum lagert, desto dunkler wird er durch die Holzfässer
 


Anschließend sind wir durch die Ortschaft Black River gefahren und im Hotel Memories in den Bergen abgestiegen. Schmutzige Zimmer (und wenn ich schmutzig sage, dann meine ich SCHMUTZIG!!!), Probleme mit der Wasserversorgung, aber das Frühstück war ein Traum!



Das Bildchen hier nur mal so am Rande, man trinkt hier nicht einfach Water, sondern WATA :D


Black River
Am nächsten Tag ging es zurück nach Black River um auf dem gleichnamigen Fluss eine Bootsfahrt durch mystische schilfbewachsene Mangrovensümpfe zu unternehmen. Man kann dort Krokodile und viele Vogelarten erspähen. Der Black River ist mit 53 km einer der längsten Flüsse Jamaikas. Das Wasser ist übrigens glasklar, durch das tiefschwarze Flussbett erscheint es aber total dunkel.

Die Krokodile des Black River sind die größte Attraktion dieser Tour. Die ca. 35 Krokodile sind in keinster Weise aggressiv,  eher sogar scheu. Menschen gehören eindeutig nicht in ihr Beuteschema. Sie sind an die Touristenboote gewöhnt und lassen sich sogar vom Bootsführer mit Hühnchenknochen locken und streicheln.

Riesige Bananenpalme

Die Krokodile sind sogar gesetzlich geschützt


Eine Bootsfahrt, die ist lustig...
Finde das Krokodil auf diesem Bild



Anschließend haben wir einen Zwischenstopp gemacht, um typisches jamaikanisches BBQ zu essen:

Jerk Food
Ein ausrangiertes Ölfass, das der Länge nach aufgeschnitten und auf einem Metallgestell befestigt wird, dient oft als Grill, wobei die obere Hälfte der Deckel ist und man dadurch den Grill schließen kann. So wird das Fleisch beidseitig gegart und geräuchert. Meist wird Jerk Chicken oder Jerk Pork gegrillt, aber auch Fisch und Lobster fallen dem Grill und den würzigen Marinaden und Grillsaucen zum Opfer. Das Fleisch wird nach dem Grillen mit dem Beil inklusive der Knochen zerkleinert und mit der Hand gegessen, dazu werden scharfe Soßen und Toastbrot serviert. Wir haben an einem großen Jerk Center angehalten, das Fleisch wurde in großen Mengen auf einem offenen Grill zubereitet und obendrauf wurde einfach Wellblech gelegt, das diente dann als Deckel. Zum Glück gab es nebenan ein kleines Lokal, wo es neben Curry Goat auch ein bisschen Reis mit Bohnen und Salat für mich gab.







Zu guter letzt sind wir nach Kingston gefahren und dort im Hotel Four Seasons untergekommen. Das klingt luxuriöser als es tatsächlich war. Aber es war dennoch eines der besten Hotels, in dem wir während unserer Rundreise abgestiegen sind.

Abendessen im Four Seasons Hotel


Bob Marley Museum
www.bobmarley-foundation.com/museum
www.bobmarleymuseum.com


Am nächsten Tag war es endlich soweit, wir besichtigten eine der von mir am meisten ersehnten Sehenswürdigkeiten auf Jamaika: das Bob Marley Museum! Die ca. 1-stündige geführte Tour kostet 20,- USD pro Person.

1975 hat Bob Marley das Haus gekauft und er hat bis zu seinem Tod 1981 dort gelebt. Seite Frau Rita hat das Haus in ein Museum umgewandelt, in dem seine persönlichen Schätze ausgestellt sind. Außerdem wird in einem kleinen Theater eine Film über Bob Marley gezeigt und im Souvenirladen kann man T-Shirts, Poster, CDs und andere Memorabilia kaufen.

Öffnungszeiten:Montag - Samstag, sonntags geschlossen. Geführte Touren ab 9.30 Uhr und die letzte Führung beginnt um 16.00 Uhr.





 




Eins meiner liebsten Bob Marley Lieder:  One Love!

Castleton Gardens
In der ehemaligen Zuckerrohrplantage kann man hunderte von einheimischen und importierten Pflanzenarten bewundern und eine große Vielfalt an Vogelarten. Der botanische Garten ist 15 Morgen groß (ca. 60.000 qm).



So sieht Kakao in der freien Wildbahn aus

Angeblich ist die Milka-Kuh deshalb lila, weil die rohen Kakaobohnen leicht lila gefärbt sind ;)


 

Diese Frucht riecht und schmeckt etwas nach Käse - aber natürlich vegan :D




Eine Buddha-Blume

Somerset Falls 

Der nächste Stopp waren die Somerset Falls.Hier haben wir zu Mittag gegessen und sind mit einem Boot hinter den Wasserfall gefahren, wo eine kleine Tropfsteinhöhle zu sehen ist.


Jackfruit






Errol Flynn Marina, Port Antonio
www.errolflynnmarina.com

Wunderschöner Yachthafen, der nach dem Schauspieler Errol Flynn benannt ist. Er hat 1942 in Port Antonio angedockt und Jamaica beschrieben als “the most beautiful woman he had ever laid eyes upon.”

Nach seiner Hochzeit mit Patrice Wymore im Jahr 1950 zog er mit ihr zusammen nach Jamaika und kaufte dort sogar ein Hotel.



Frenchman's Cove
Nachmittags sind wir zum Privatstrand Frenchman's Cove gefahren und haben das schöne Panorama genossen und sind etwas geschwommen. Wie man aber sieht, hatte ich im Nacken bereits vom Vortag einen üben Sonnenbrand und musste nun vorsichtig sein.






Nach der erfrischenden Abkühlung erreichen Sie die Sun Valley Plantage. Hier erhalten Sie eine fachkundige Führung mit Informationen über die Flora und Fauna 

Rio Grande River Rafting 
Der Rio Grande ist mit 60 Kilometer Länge Jamaikas größter Fluss. Er kommt aus den Blue Mountains und bahnt sich seinen Weg durch den Urwald bis zum Meer bei Port Antonio. Auf dem Rio Grande kann man eine Floßfahrt unternehmen, das so genannte  "Bamboo Rafting". Diese Bambusfloße werden von geschickten Jamaikanern gelenkt, zum Teil durch sanftes Wasser und dann wieder durch schnellere Strömung. Die Fahrt geht 8 Meilen lang und führt vorbei an Bananen- und Zuckerrohr-Plantagen.

Ich habe mich an diesem Tag besonders gut eingecremt, aber trotzdem habe ich mir die Füße übelst verbrannt. Sonnencreme bei sich zu tragen ist absolute Pflicht in der Karibik!
















Sun Valley Plantation 
Hier bekamen wir alle möglichen Früchte erklärt, wie man z.B. eine Kokosnuss öffnet und dass die Nationalfrucht Ackee mit giftigem Gas gefüllt ist, solange sie noch geschlossen ist. Man muss abwarten, bis sie von alleine aufgeht. Erst dann ist sie genießbar. Die schwarzen olivengroßen Samen werden entfernt und nur das gelbe Fleisch ist genießbar - und seeeehr lecker!



Ackee


Kokosnuss




Kakao






Wunderschöner Hibiskus




Ananas wächst tatsächlich aus dem Boden und nicht auf dem Baum


Das ist eine Vanillepflanze!!! Echte Vanille ist aber so teuer, dass kein Jamaikaner sie sich leisten kann, zum Backen wird flüssiges Vanillearoma verwendet.


Dunns River Falls 




Die Dunns River Falls sind eine der Hauptattraktionen der Insel. 200 Meter tief stürzt das Wasser in mehreren Kaskaden ins Meer herab. Es ist ein Riesenspaß, den Wasserfall zu erklimmen, das können sogar Unsportliche unter Führung eines Einheimischen. Die notwendigen Wasserschuhe kann man dort auch kaufen, wenn man keine haben sollte.

Eintritt 15,- USD






Und damit war unsere 1. Woche vorbei. Ich habe einen youtuber entdeckt, der die gleiche Rundreise gemacht hat wie wir, einige Sehenswürdigkeiten wurden auf Film gebannt:

2. Woche in Negril:

Das hier war unser traumhaftes Hotel in Negril in der 2. Woche:

Sunset at the Palms
Norman Manley Boulevard
P.O. Box 118
Negril, Jamaica


Unsere kleine Hütte
Pool Area
Traumstrand








Lecker Reis mit Bohnen, Kochbananen und Salat
Obst, Gemüse und Hash Browns - bitte denkt Euch das Rührei einfach weg :/


In der 2. Woche haben wir es ruhig angehen lassen. Nicht mehr jeden Tag Tasche umpacken und weiterziehen. Aber nach einer Weile war uns das doch ganz schön langweilig und wir sehnten uns wieder nach der Action der 1. Woche.

Deshalb haben wir noch einige Ausflüge gebucht.

Wild Thing Catamaran Tour

Eine tolle Katamaranfahrt mit Schnorcheln und anschließendem Mittagsbuffet mit kalten Getränken und einem wunderschönen Strand.



Rick's Cafe
www.rickscafejamaica.com 

Angeblich der schönste Sonnenuntergang auf der Welt, aber das behaupten wohl noch andere Urlaubsinseln ;) Schön war er aber allemal!






Oben auf dem Felsen stehen Einheimische, die sich von den Touristen anfeuern lassen (einer sammelt natürlich Geld von den Zuschauern ein) und dann ziemlich spektakulär runter ins Wasser springen. Weiter unten gibt es eine flachere Stelle, wo nicht ganz so Mutige ins Kühle Nass hüpfen können.










Wie ich herausgefunden habe, ist das jamaikanische Red Stripe Beer leider nicht vegan :(


Rezepte:

Ackee & Dumplings
Ackee ist die Nationalfrucht Jamaikas. Die birnenähnlich aussehende Baumfrucht erinnert etwas an Rührei, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass man das Nationalgericht Ackee and Saltfish mitunter schonmal zum Frühstück serviert bekommt. Ich habe einfach den Fisch weggelassen und schon ist es vegan. Dazu passen am besten Dumplings, das sind in Fett ausgebackene Brötchen.

Man braucht dafür:
1 Dose Ackee (man bekommt diese z.B. hier)
1 Zwiebel
1/2 rote Paprika
2 mittelgroße Karotten

Dose öffnen und Flüssigkeit abgießen. Ackee abtropfen lassen. Öl erhitzen und die gehackten Zwiebeln mit der klein geschnittenen Paprika und der zuvor gewürfelten Karotten anbraten. Dann die Ackee hinzugeben und einige Minuten schmoren lassen. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen. 








Für die Dumplings:
600g  Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Salz
110g Alsan
250 ml kaltes Wasser
etwas Kokosöl zum Anbraten

Zuerst das Mehl in eine Schüssel sieben, Salz und Backpulver hinzufügen. Alsan stückweise hinzufügen, bis die Masse eine krümelige Konsistenz hat. Dann Sojamilch nach und nach hinzugeben und die Masse verkneten.

Zum Schluss kleine Bällchen mit ca. 5 cm Durchmesser formen und in heißem Kokosöl anbraten, bis die Dumplings goldbraun sind (ca.5 Minuten).

Und fertig ist ein leckeres typisch jamaikanisches Essen. Lasst es Euch schmecken!

 



Jerk Food
Für das vegane Jerk Food habe ich mir eine Jerk Marinade bestellt und dazu von Vantastic Foods Veggie Schweinefilets, Veggie Hähnchenschlegel und Veggie Rinderfilets. 







Rice'n Peas
Als Beilage passt super Rice'n Peas dazu und Plantains. Es heißt zwar Reis mit Erbsen, in Wirklichkeit ist es aber Reis mit Bohnen. Und Plantains sind Kochbananen. Sie werden einfach wie Bratkartoffeln in Scheiben geschnitten, in Kokosöl angebraten und evtl. leicht gesalzen.

Man braucht für Rice'n Peas:
- 1 Dose black eyed beans oder rote Kidney-Bohnen
- 1 Dose Kokosmilch

- 2 Tassen Reis
- 1 kleine Zwiebel (gehackt)
- 1 Knoblauchzehe
- etwas getrockneten Thymian
- etwas Chili (oder Scotch Bonnet Pepper)


Erst den Reis mit der Zwiebel und dem Knoblauch in etwas Kokosöl anschwitzen, dann die Kokosmilch und die Bohnen dazu und köcheln lassen, bis alles gar ist. Mit Chili und Thymian würzen.
Zu trinken gab es einen Cocktail aus Koko Kanu Kokosrum und Orangensaft

Jamaikanische Getränke: malta Malzbier und Grapefruitlimonade Ting

Jamaikanischer Rumpunsch: Fruchtsaft (siehe unten) mit Kokosrum und dunklem Rum

Den Fruit Punch kann man hier kaufen: www.jamaikashop.de
Ital-Eintopf
Ital-Eintopf
Zutaten:
- Kartoffeln
- Kürbis
- Bohnen (z.B. diese hier)
- 1 gehackte Zwiebel
- 1 rote Paprika
- Karotten
- Rettich
- Cho-Cho (wird man in unseren Breiten eher nicht bekommen, Alternative: Kohlrabi)
- Rote Beete
- Callaloo (oder alternativ Spinat oder Mangold)
- Tomaten

Außerdem:
- Kokosöl
- Kokosmilch
- Knoblauch
- Thymian
- Piment

Das Gemüse würfeln und zuerst Kartoffeln und Zwiebeln etwas im Kokosöl anbraten, Knoblauch hinzufügen und etwas Gemüsebrühe und Kokosmilch dazuschütten. Dann das restliche gewürfelte Gemüse noch mit den den Topf werfen und alles schön langsam köcheln lassen, mit Piment und Thymian würzen. Zusätzlich habe ich das Ganzenoch mit etwas Hot Pepper Sauce verschärft. Dazu gehört Reis.



Rum-Rosinen-Eis
 
Rum-Rosinen-Eis
Für das Eis habe ich einfach etwas Soyatoo Kokossahne aufgeschlagen und dann Rosinen darunter gemischt, die ich 1 Tag lang in jamaikanischen Rum eingelegt hatte. Gesüßt habe ich das alles noch mit etwas Agavensirup.


Von mir empfohlene Kochbücher:


Typische Jamaika Spezialitäten:

- Verschiedene karibische Obstsorten: yammie
- Ackee: siehe oben
- Red Stripe Beer: leider nicht vegan, daher lieber auf Heineken umschwenken
- Rum-Cocktails: leider nicht so lecker wie die Fruchtsaft-Cocktails, die wir so kennen. Sie wurden immer alle mit extrem viel Eis und Sirup (bäh!) angerührt
- Jamaican Fruit Punch: der für uns noch leckerste Rum-Cocktail (da mit richtigem Saft) - siehe oben
- Ting: eine extrem leckere Grapefruit-Limonade (ähnlich wie Bitter Lemon)
- Blue Mountain Coffee: angeblich der teuerste Kaffee der Welt, hat ein sehr feines und mildes Aroma



Vegan-friendly Restaurants:
http://www.urbanspoon.com/tn/3/2/238/New-York/Vegan-Friendly/Jamaica-restaurants
http://www.happycow.net/north_america/caribbean/jamaica/




Jamaika-Vokabeln:
Auf Jamaika wird englisch gesprochen, unter sich sprechen die Jamaikaner aber ihren eigen Dialekt, "Patois" genannt.

Hier ein super Patois-Lexikon:
www.inspectordread.de

Außerdem gibt es da noch dieses süße kleine Kauderwelsch-Wörterbuch


Wichtige Vokabeln, die man eigentlich den ganzen Tag über anwenden kann:
JEH MAAN! (yes man!): Ja man!
I-RIE (alright: alles klar, cool
SUUN KAM (soon come): bald, demnächst
NO PROBLEM: kein Problem, alles klar

Kurioses:
Der Wasserstand in der Toilette ist total hoch. Beim ersten Mal, als ich das gesehen habe, bin ich total erschrocken und dachte, das Klo sei evtl. verstopft. War dann aber doch nicht so. I-rie, no problem :D

Aber einer der Mitreisenden meinte, er müsste aufpassen, wenn er sich hinsetzt, dass sein bestes Stück nicht nass wird. Aaaaaahja, too much information ;)




Jetzt habe ich Euch alles erzählt, was ich über Jamaika weiß und alle Aktivitäten mit Euch geteilt, die wir dort unternommen haben. Aber wie bereits anfangs angedeutet, war nicht alles nur eitel Sonnenschein.

Nicht so Tolles:

Nun im Nachwort meine Kritikpunkte. Denn auch wenn Jamaika wunderschön ist, haben uns dennoch auch sehr viele Dinge gestört.
1. Auf Jamaika ist gar nicht alles so easy wie man meint!
Ich hatte ja vorher schon gehört, dass in der Karibik die Uhren anders ticken und man sich von der Alltagshetik, die in Deutschland herrscht, frei machen muss. Auf Jamaika dauert alles etwas länger. Man hört Aussagen wie "soon come", was so viel heißen soll wie jaja, es wird schon werden. Oft sagen die Jamaikaner auch "No problem", tatsächlich hatte ich aber sehr oft das Gefühl, dass etwas ein Problem ist. Geld umtauschen in einer Bank zum Beispiel: ewig lange Warteschlangen, massig Formulare, die man ausfüllen muss: Bürokratie pur! Viel schlimmer als in Deutschland. Daher mein Rat: viel Zeit und Geduld mitbringen, am besten statt Bargeld oder Traveller's Cheques lieber die ec-Karte mit in den Urlaub nehmen, damit kann man am Automaten Geld holen. Das ist noch das Unkomplizierteste. US-Dollar werden überall auf Jamaika akzeptiert, aber man muss damit rechnen, dass man einen schlechten Umrechnungskurs bekommt.

Aber hier noch eine Anekdote zum Thema Geld wechseln an der man vielleicht sieht, was ich meine: Wir sind an einem Tag extra mit dem Taxi in die Stadt gefahren, um uns am Automaten Bargeld zu holen, natürlich Jamaika-Dollar. Doch auch das war in diesem Fall nicht das Cleverste, wie wir am nächsten Tag erfahren haben. Denn in unserem Hotel in Negril konnte man US-Dollar in Jamaika-Dollar umtauschen (natürlich zu einem teuren Kurs), nicht aber umgekehrt. Als wir bei der deutschen Reiseleitung in unserem Hotel einen Ausflug gebucht haben, sollten wir bar bezahlen und bevorzugt wurden US-Dollar. Jamaika-Dollar wären auch gegangen, aber dieses Mal hätten wir HIER eine einen schlechteren Umrechnungskurs bekommen. Im Hotel konnten wir ja nicht zurücktauschen, also mussten wir NOCHMAL mit dem Taxi in die Stadt fahren und uns bei der Bank in die lange Schlange anstellen, um USD in JMD umzutauschen. Ein echtes Erlebnis, das einem den Urlaub etwas verleiden kann. Schließlich haben wir lange dafür gespart und wollten einen gemütlichen, romantischen Honeymoon. Stattdessen gab es viele Probleme. Also nix mit "no problem", das ist eher eine leere Floskel, die auf Jamaica sehr oft benutzt wird.

2. Armut: Es herrscht eine hohe Armut in der Bevölkerung Jamaikas. Und Jamaika ist teuer. Sehr teuer. Auch für Einheimische, obwohl die überall andere Preise bezahlen als die Touristen. Man konnte nirgends einfach so spazieren gehen oder über einen Craft Market schlendern, wo es schöne Souvenirs zu kaufen gab. Andauernd läuft einem einer nach und textet einen zu, entweder soll man etwas kaufen oder sie wollen einem was total Nutzloses schenken und dafür soll man ihnen dann eine Spende zukommen lassen. Ich habe wirklich Mitleid mit all diesen Menschen und wir haben auch ab und zu etwas gegeben. Aber nach ein paar Tagen war es einfach nur noch nervig und wir sind (was gar nicht unsere Art ist) nur noch auf dem Hotelgelände geblieben. Wenn wir zur Bank mussten, sind wir mit dem Taxi gefahren. Denn an einem Tag wollten wir laufen und alle paar Sekunden (!) hat ein Auto angehalten und einem angeboten, einen in die Stadt zu bringen. Das sind Privattaxis, bei denen man eigentlich bedenkenlos mitfahren kann. Aber wir wollten ja laufen und ein wenig die Gegend erkunden. Keine Chance! Irgendwann waren wir so abgenervt, dass wir uns dann haben fahren lassen. Denn in Ruhe spazieren ist einfach nicht möglich! Alleine durch unsere Hautfarbe waren wir immer und überall als Touristen zu erkennen, das hat die Situation nicht gerade erleichtert.

3. Männer: das nächste Vorurteil - Jamaika ist ja angeblich das Thailand für Frauen. Gerüchten zufolge fliegen hier Frauen extra hin um sich einen jungen, schwarzen Liebhaber aufzureißen. Da mag wohl was dran sein, aber da wir weder in Clubs noch auf Partys unterwegs waren, kann ich nur berichten, was uns tagsüber so auf der Straße oder am Strand begegnet ist. Und diese Menschen hatten zum Teil nicht mehr alle Zähne im Mund und/oder gelbe Augen (Hepatitis ist sehr weit dort verbreitet). Es war für mich wirklich erschreckend, wie schlimm die Leute teilweise aussahen. Selbstverständlich gibt es dort kein mit Deutschland vergleichbares Gesundheitswesen, da lernt man wieder ein wenig das zu schätzen, was man in Deutschland hat und was für uns selbstverständlich ist.
Wahrscheinlich arbeiten die gepflegten Jamaikaner und Jamaikanerinnen den ganzen Tag irgendwo, evtl. sogar in Hotels oder Gastronomiebetrieben. Es fühlt sich aber wirklich nicht besonders gut an, dort als Tourist rumzulaufen, wenn man sieht wie arm manche leute dort sind und nicht mal zum Zahnarzt gehen können.

4. Drogen: Permanent wird man irgendwo gefragt ob man Drogen kaufen will, sogar im Taxi. Obernervig! Wer denkt, dass Jamaika ein superlockeres Land ist, in dem alles erlaubt ist, der wird auf die Nase fallen: Drogen sind absolut verboten, auch Marihuana und Haschisch. Einzig den Rastafari ist das Kiffen erlaubt und auch nur an einem bestimmten Feiertag im Jahr und nur, wenn sie an den Feierlichkeiten teilnehmen und dann dürfen sie nur bei dieser Feier rauchen! Bitte kommt nicht auf die Idee, dort irgendjemandem was abzukaufen und zu rauchen, weil es ja zum Jamaikaurlaub "dazu gehört". Finger weg von Drogen, das sollte allgemein gelten und auf Jamaika ganz besonders. Aber natürlich wissen die Jamaikaner, dass einige Touristen genau danach suchen und da sie wirklich sehr arm sind, versuchen sie auch dieses Bedürfnis zu bedienen. Lasst Euch bloß nicht darauf ein, das kann böse ins Auge gehen!


5. und in meinen Augen schlimmster Punkt: Homophobie!
Wie schon erwähnt, ist auf Jamaika gar nicht alles so locker und easy. Homophobie ist weit verbreitet. Natürlich ticken dort nicht alle so, aber es ist wichtig zu wissen, dass Sex zwischen Männern auf Jamaika sogar offiziell per Gesetz verboten ist! Bei Frauen nimmt man das wohl nicht so genau, aber ich habe auch schon gehört, dass es schwierig sein könnte wenn ich z.B. mit meiner Mutter verreise, denn oft werden Zimmer nicht an Gleichgeschlechtliche vermietet! Bei Verwandten ist es also schon schwierig, also was ist das erst für ein Theater wenn ich mit einer Freundin in Urlaub dorthin fliegen würde oder ein paar Kumpels  zusammen nach Jamaika wollen? Oft kommt es zu Gewalttaten gegen Schwule und Straftaten, die gegenüber Homosexuellen geschehen, werden polizeilich nicht geahndet! 

Hier noch ein paar Links, wo man Genaueres darüber nachlesen kann:
www.queer.de
http://www.taz.de/4/reise/specials/lesben-schwule/artikelseite/1/homophobie-als-ansteckende-krankheit/%20


Alles in allem weiß ich nicht, ob ich mit dem heutigen Wissen trotzdem nach Jamaika geflogen wäre. Das Land ist wunderschön und hat sehr viel zu bieten. Aber wenn man kein Club-Urlauber ist, der sich nur zwischen Zimmer, Bar, Pool und Strand hin und her bewegen möchte, dann kann ich Jamaika nicht weiter empfehlen. In der ersten Woche dachte ich, wir hätten auf der Rundreise viel von Jamaika gesehen, aber die Wahrheit ist, dass man als Touri nur viele Sehenswürdigkeiten sieht und nicht das, was das Land wirklich ausmacht. Wir waren total abgeschirmt und haben erst in der 2. Woche, als wir alleine rumgelaufen sind, die negativen Seiten kennengelernt.



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